Constantin Schreiber untersuchte, was Kinder in muslimischen Ländern aus ihren Schulbüchern lernen (Econ Verlag)
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Antisemitismus bei muslimischen Jugendlichen, mangelnde Vorstellungen
von Gleichberechtigung, ein anderes Verständnis von Demokratie und
Religionsfreiheit – manche Muslime geben nichts auf die liberalen Werte
des Westens. Doch woher kommt das? Eine mögliche Antwort: weil junge
Muslime es so lernen.
Constantin Schreiber nimmt Schulbücher in
der islamischen Welt unter die Lupe, unter anderem aus dem Iran, der
Türkei, Afghanistan, Saudi-Arabien. Was wird dort im Religions- oder
Geschichtsunterricht gelehrt? Was lernen Schüler über Philosophie?
Schreiber spricht mit Lehrern, Eltern und Schülern und stellt fest: In
einigen Ländern sind Schulen kein Ort der Bildung, sondern Orte der
Ideologisierung. Junge Menschen lernen dort, die Welt mit anderen Augen
zu sehen, als wir es im Westen tun. Und das hat auch Auswirkungen auf
Deutschland und Europa.
Die Juden seien Feinde der Muslime, Frauen sollten nicht aufreizend
sprechen und Ungläubige verdienten es, gequält zu werden – diese und
weitere problematische Botschaften vermitteln Schulbücher, die der
Fernsehjournalist Constantin Schreiber untersucht hat. Seine Frage: Was
wird der jungen muslimischen Generation in den Schulen beigebracht? Und
welche Auswirkungen kann das haben? Dutzende Unterrichtswerke aus
islamischen Ländern hat sich Schreiber angesehen. Fünf Bücher aus
Afghanistan, Ägypten, dem Iran, Palästina und der Türkei stellt er
detailliert vor.
Weite Abschnitte aus den untersuchten Büchern
werden übersetzt wiedergegeben, damit sich jeder Leser ein eigenes Bild
machen kann. Wie solche Lehrinhalte auf Kinder wirken können, erläutern
Expertinnen und Experten aus dem deutschen Bildungswesen. Auch ging
Schreiber der Finanzierung und Entstehung der Bücher nach – und kam zu
teils beunruhigenden Ergebnissen. Der Autor von »Inside Islam« leistet
einen weiteren unverzichtbaren Beitrag dazu, muslimische Gesellschaften
besser zu verstehen.
Welt
Merkur
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