Die Nachricht schlug im Frühling hohe Wellen: Warner Music schloss
mit einem Musik Start-Up einen Plattenvertrag ab. Die kleine Berliner
Firma Endel ist dabei nicht irgendein Start-Up. Endel kreiert
Algorithmen, die auf Knopfdruck Musik erstellen.
Schnappen
Maschinen uns nun auch die schönen Tätigkeiten weg? Oder bekommen
Musikschaffende einfach nur neue digitale Helfer an die Seite gestellt,
mit denen sie noch kreativer arbeiten können? Das sind zurzeit zentrale
Fragen an das noch recht frische Paar Musik und Künstliche Intelligenz.
Und erstmal kann man entwarnen. Was das Kreieren anlangt, sind Maschinen
erst im Kleinkindstadium. Was das Musik abspielen angeht, sind sie
allerdings schon ein paar Entwicklungsschritte weiter.
Im
Streamingzeitalter sind es heute schon Maschinen, die entscheiden, was
wir hören. Spotify, das 2006 gegründete Unternehmen, steht symbolhaft
für eine grundlegende Veränderung. Gekauft oder gehört werden heute
nicht mehr Alben, sondern auf meinen Musikgeschmack und meine Stimmung
zugeschnittene Playlists. Und bei der Auswahl liegt das Unternehmen aus
Stockholm oft genug gespenstisch sicher. Das gelingt durch Technologie,
die Songs genauestens analysiert und kategorisiert und durch einen
Datenschatz den Spotify über seine Nutzer anlegt. Diese gewaltige
Musiksortiermaschine tritt jetzt schon mit Musikjournalist/innen und DJs
in knallharte Konkurrenz.
Doch viel mehr als um Arbeitsplätze
sorgen sich Insider, dass Spotifys Algorithmen die Popmusik gleich ganz
kaputt machen, weil sie bestimmen wie Popmusik geschrieben und wie sie
gehört wird.
Ö1
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