Angesichts der jüngsten Maßnahmen der Bundesregierung gegen die
weitere Ausbreitung des Coronavirus (SARS-CoV-2) sieht der
evangelisch-lutherische Bischof Michael Chalupka den Schutz der
Schwachen als Gebot der Stunde. Das kirchliche Leben halte sich an die
staatlichen Vorgaben, eine pauschale Absage von Gottesdiensten unter 100
BesucherInnen sei nicht notwendig.
„Gerade in Zeiten der Sorge ist das gemeinsame Gebet, die Feier des
Gottesdienstes und die Bitte um den Segen umso wichtiger und
stärkender“, erklärt Chalupka gegenüber dem Evangelischen Pressedienst.
Die Feier des Abendmahls könne allerdings zum Schutz aller vorerst
ausgesetzt werden: „Für Evangelische bietet der Gottesdienst auch dann
die Fülle des Heils, wenn man darin nicht Abendmahl feiert“,
unterstreicht der Bischof.
Am Dienstag, 10. März, hatte die Bundesregierung angeordnet, bis
April Veranstaltungen in geschlossenen Räumen mit mehr als 100 Personen
zu untersagen. Betroffen sind im kirchlichen Leben davon vor allem
Gottesdienste z.B. bei Hochzeiten, Beerdigungen oder größere Sonntags-
bzw. Feiertagsgottesdienste. Hier empfiehlt Chalupka, „mit jeweils für
die konkrete Situation geeigneten Mitteln“ zu reagieren. So könne etwa
ein zweiter Gottesdiensttermin angesetzt werden, um in kleineren Gruppen
zu feiern, Veranstaltungen könnten im Freien stattfinden oder
Videoschaltungen in geeignete Räume vorgenommen werden. „Falls der
Gottesdienst doch abgesagt werden müsste, soll zumindest die Kirche für
das Gebet geöffnet und ein seelsorgerliches Gesprächsangebot
gewährleistet sein.“
Zwar gelte das Recht auf freie Religionsausübung weiterhin, so
Chalupka, das müsse aber mit dem Recht auf Gesundheit und körperliche
Unversehrtheit sowie mit öffentlichen Interessen abgewogen werden.
Besonders auf die „schwächsten und am stärksten gefährdeten Personen“
sei dabei Bedacht zu nehmen. „Ich habe hierbei vollstes Vertrauen in das
notwendige Fingerspitzengefühl, das Verantwortungsbewusstsein und die
Kreativität der Verantwortlichen in den evangelischen Pfarrgemeinden“,
sagt Chalupka, der sich am Dienstag auch in einem Informationsschreiben
direkt an die Verantwortlichen in den Pfarrgemeinden gewandt hat.
Link
Den Brief im vollen Wortlaut finden Sie hier
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