Die drei großen Bedrohungen für die christlich-jüdische Tradition sind
die Medien, staatliche Einrichtungen und die Aushöhlung der religiösen
Institutionen, sagt Ben Shapiro.
Die Angriffe linker Medien und progressiver Politiker betreffen in
erster Linie die Katholiken. Das sagte der konservative Autor und
Kommentator Ben Shapiro bei einer Konferenz von „Legatus“, einer
Vereinigung katholischer Wirtschaftsführer, die von 24. bis 26. Januar
in Dana Point (US-Bundesstaat Kalifornien) stattfand.
Die Zukunft der USA hänge von einer Allianz derer ab, welche an die
jüdisch-christlichen Werte und den Gott der sie geschaffen hat, glauben.
Shapiro, der selbst orthodoxer Jude ist, betonte, dass die Aufklärung
nicht plötzlich im 18. Jahrhundert entstanden sei, sondern tausende
Jahre jüdischer und christlicher Überzeugungen als Vorläufer habe. Es
seien insbesondere die zehn Gebote und die Bergpredigt, welche die
moderne Welt geprägt hätten.
Viele Menschen würden heute die Grundlagen des Systems ignorieren, das
uns Smartphones und andere Technologien gebracht habe. „Das iPhone ist
ein Produkt des freien Marktes, der in der Idee des Wertes des
Individuums seine Grundlage hat und der Wert des Individuums kommt nicht
aus dem Nichts: Er kommt von Gott“, sagte Shapiro wörtlich.
Ein Teil der amerikanischen Gesellschaft wolle die Wurzeln ihrer eigenen
Zivilisation zerstören, kritisierte er. Sowohl das katholische
Christentum als auch das orthodoxe Judentum würden für diese Wurzeln
stehen. Wenn aber die Wurzeln zerstört würden, würde der Baum verdorren
und sterben, sagte Shapiro.
Er sprach dann über die „Sinnkrise des Westens“. Viele Menschen würden
nicht wissen, warum sie auf der Welt seien oder welche Aufgabe sie
hätten. Sie hätten ihren Sinn in der Unzufriedenheit, im Angriff
gefunden. Religiöse Menschen seien glücklicher und hilfsbereiter als
ihre progressiven Kritiker, stellte er fest.
Shapiro identifizierte drei wesentliche, aktuelle Bedrohungen für die Religion.
Die erste seien die Medien, wie am Beispiel der Berichterstattung über die Schüler der Covington Catholic High School
deutlich geworden sei. Der Vorfall sei für die Medien eine willkommene
Ablenkung vom „Marsch für das Leben“ in Washington D.C. gewesen und ein
Anlass, religiöse Schulen negativ darzustellen.
Die zweite Bedrohung gehe von staatlichen Einrichtungen aus. Diese seien
verstärkt unter dem Einfluss antireligiöser Kräfte. Er beobachte diese
Entwicklung interessiert, sagte Shapiro. Normalerweise seien die Juden
die ersten, die angegriffen würden. Diesmal seien die Katholiken dran,
stellte er fest.
Er befürchte, dass auch in den USA religiöse Schulen auf Grundlage von
„LGBTQ“-Gesetzen in Bedrängnis kommen werden, ihnen die Zulassungen
entzogen würden. Er befürchtet, dass Religionsgemeinschaften ihre
Vorteile etwa bei bestimmten Steuerbefreiungen verlieren könnten. Erste
Beispiele dafür gebe es beispielsweise in Kanada.
Die dritte Bedrohung sieht Shapiro in der Aushöhlung der religiösen
Institutionen selbst. Diese seien nicht bereit, die genannten Gefahren
ernst zu nehmen. Sie seien der Ansicht, dass sie durch Zurückhaltung,
Anpassung und Kompromisse Anhänger gewinnen könnten. Diese Ansicht sei
falsch, fuhr Shapiro fort. „Junge Menschen suchen nicht nach Pizza,
Gitarren und einer vagen Spiritualität“, sondern nach Sinn. Sie suchen
einen Grund zu leben und seien bereit, Pflichten auf sich zu nehmen und
Regeln zu befolgen.
kath.net
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