Ex-Terrorist O'Doherty und Regisseur Cotelo kamen zu restlos
ausverkaufter Österreich-Erstvorführung in Wien - 7 Priester hörten
Beichte
Der christliche Kinofilm "Das größte Geschenk",
der sich dem Thema der Vergebung widmet, war bei seinem Österreich-Start
am Donnerstagabend in mehrfacher Hinsicht eine Premiere: Im Village
Cinema Wien-Mitte wurde nach der restlos ausverkauften Vorstellung - ein
zweiter Kinosaal musste wegen des Andrangs eröffnet werden - von sieben
Priestern das Sakrament der Versöhnung angeboten. Im Eingangsbereich
wurden dafür nach Rücksprache mit dem Kinobetreiber Stühle aufgestellt.
Viele Kinobesucher hätten das Angebot angenommen, teilten die
Organisatoren im Anschluss mit.
Der Film des spanischen Regisseurs Juan Manuel Cotelo spürt der Frage
nach, wie Konflikte durch Vergebung überwunden werden können. Im Stil
des Doku-Dramas wechselt dabei eine fiktive Rahmenhandlung im Stil einer
Western-Komödie mit wahren Lebensgeschichten von Tätern und Opfern des
kolumbianischen Bürgerkrieges, des Genozids in Ruanda, der
Terroranschläge der ETA und IRA sowie auch von Familien, in denen nach
Trennung oder Gewalt Versöhnung gelang.
"Wer aus dem Kino geht, soll nicht nur Zeuge dieser Geschichten geworden
sein, sondern aus ihnen auch Impulse für sein eigenes Leben bekommen",
erklärte Cotelo im Anschluss an die Vorstellung bei einem Filmgespräch.
Vor allem für Menschen, die nicht vergeben oder nicht um Vergebung
bitten können, habe er "Das größte Geschenk" gedreht. Der Film solle
eine Einladung sein, es doch zu tun. Aus den zahlreichen im Film
wiedergegebenen Interviews sei ihm klar geworden, "dass bei jedem Happy
End Gott mitspielt".
Stargast der Österreich-Premiere war Filmdarsteller Shane O'Doherty, der
seit seinem 15. Lebensjahr der IRA angehört hatte und 21-jährig zu
einer vielfachen lebenslänglichen Haftstrafe verurteilt worden war. Er
gilt als Einziger der nordirischen Terrorgruppe, der seine
Mitgliedschaft zurücklegte und zudem auch die Angehörigen und
Überlebenden der von ihm verübten Auto- und Briefbombenanschläge um
Vergebung bat, was er in zahlreichen persönlichen Briefen wie auch
öffentlich tat.
Seine Reue sei "Folge des Lesens der Evangeliums und eines Buches von
Pater Pio" gewesen, berichtete O'Doherty in Wien. Die Bibelstelle "Wenn
du also deine Opfergabe zum Altar bringst und es fällt dir dort ein,
dass dein Bruder etwas gegen dich hat, dann geh und versöhne dich zuerst
mit ihm" habe ihm keine Ruhe gelassen. In seiner Haftzeit - im Film
erzählt er, die Gefangennahme habe ihm Nachdenkzeit geschenkt - kam in
ihm der Wunsch auf, "mein Leben von Grund auf zu verändern". Dieser sei
stärker gewesen als die jahrelange Kritik an seiner Reue durch die
Gefängnisleitung, die Medien und auch der britischen Regierung und auch
als die Morddrohungen, die er dafür von früheren IRA-Kollegen bekam.
Einzig der Ortsbischof unterstützte ihn. So studierte er Philosophie und
Theologie und veröffentlichte Bücher, darunter "Keine Bomben mehr".
Der Film "Das größte Geschenk" läuft derzeit im Village Cinema
Wien-Mitte, in den Cineplexx-Kinos Wiener Neustadt, Salzburg, Innsbruck
und Wörgl, im Geidorf Kunstkino Graz sowie auch in Villach,
Oberpullendorf, Illmitz und Lustenau. Weitere Spielorte werden bei
entsprechender Nachfrage von Interessenten unter
www.dasgroesstegeschenk.com angefragt.
kath.net
High Noon in Hateful Town. Einer der beiden Männer muss gleich sterben.
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Trailer
cineplexx
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