Wie der Koran Jesus und Maria darstellt (Von Gertrud Wally)
Es herrscht große Verwirrung: Viele meinen, Muslime und
Christen hätten weitgehend ähnliche Gottesvorstellungen. Falsch, wie der
folgende Beitrag über die sehr unterschiedliche Sichtweise von Bibel
und Koran bezüglich Maria und Jesus zeigt.
Seit geraumer Zeit überfluten muslimische Flüchtlinge Europa, die mit
ihrer Religion, dem Islam, häufig Verwirrung, Angst und Schrecken
verbreiten. Nicht selten wird jedoch von kirchlicher Seite zu einer
großzügigen Aufnahme der Fremden aufgerufen und um deren Integration zu
erleichtern, werden immer öfter gemeinsame Gebetstreffen organisiert.
Sogar
katholische Sakralräume werden den Muslimen für ihr Gebet, insbesondere
am Freitag, zur Verfügung gestellt. Als Erklärung wird angeführt, dass
Christentum und Islam zwei verschiedene Wege zu dem einen Gott seien,
die Unterschiede seien schließlich geringfügig.
Ob diese Meinung der
Wahrheit entspricht oder eher einer oberflächlichen Kenntnis des Korans
entspringt, ist Gegenstand rezenter Studien, die die Sicht des Korans
über Jesus und Maria näher beleuchten.
Maria, im Koran Miriam, –
übrigens eine anachronistische Verwechslung mit der Schwester von Moses
und Aaron – wird zwar vor allen Frauen eine Sonderstellung eingeräumt,
die aber gleich durch das überhebliche –aus dem Talmud stammende-
Verständnis der Frau im Islam relativiert wird. Miriam ist ja nur ein
„Mädchen“.
Hier sei nur kurz erwähnt, dass die offizielle
Entstehung des Islams zwar als eine Offenbarung an die historisch noch
wenig untersuchte Person Mohammeds durch den „Engel Gabriel“ dargestellt
wird. Soweit sie aber wissenschaftlich erfasst ist, erfolgte sie aus
anderen Quellen, wie z. B. aus dem rabbinischen Judentum mit seiner
Schrift des Talmuds.
Die Eltern Miriams leben in einer im Koran
verbotenen Ehe, was latent ein abfälliges Licht auf Maria wirft . So
birgt z. B. die Verkündigungsszene im Koran , die von Christen gerne als
positives Geschehen verstanden wird, verborgen abwertendes,
antichristliches Gedankengut. Dass nämlich Miriam vor der Gesellschaft
ihrer Familie geflohen ist, um sich an einen einsamen Ort zu begeben,
würde normalerweise im muslimischen Kontext nur Kopfschütteln und üble
Nachrede hervorrufen.
Der Geist Allahs, „Gabriel“, der Miriam in
Gestalt eines gut aussehenden Mannes erscheint, damit er ihr nach dem
Willen Allahs „einen Sohn beschere“, verzerrt die Gestalt des Erzengels
Gabriel, wie sie uns vom Lukasevangelium bekannt ist. Es kommt sogar
der Verdacht im Leser auf, dass Miriam durch diesen Gesandten Allahs
schwanger wird. Obwohl sie schon verlobt ist, wehrt sich die Miriam des
Korans nämlich nicht bzw. fragt auch nicht, wie „das geschehen solle“,
sondern sagt nur, dass sie noch Jungfrau und keine Dirne sei.
Hier
auch wieder eine latente Anspielung an den Talmud, der die Empfängnis
des Sohnes Gottes in blasphemischer Weise verfälscht. Der Koran sagt
übrigens nichts über die immerwährende Jungfräulichkeit Mariens aus. Der
hl. Joseph, der Nährvater Jesu, wird überhaupt nicht erwähnt! Ebenso
wenig, dass das „Kind heilig und Sohn Gottes“ genannt werden wird, denn
das ist die Hauptsünde im Islam, Gott einen Sohn „beizugesellen“. Daher
ist der Begriff „Muttergottes“, „Gottesgebärerin“, wie es das Konzil von
Ephesus bereits 431 verkündet hat, im Islam ausgemerzt.
Da die
Gottessohnschaft im Koran rein biologisch gedacht wird, und es für Allah
undenkbar und „unziemend“ ist, einen Sohn zu zeugen, so wird in
mehreren Suren der Zorn Allahs über alle ausgerufen, die Allah einen
Sohn beigesellen. Allah wird demnach auch nicht als Vater angerufen!
Aus
einer anderen Quelle des Islams, den apokryphen Evangelien, werden die
Wundertaten des Kindes Jesu genommen, das allerdings gleich nach seiner
Geburt seine Mutter zu einer Lüge anstiften möchte! Es wird zwar im
Koran die ungewöhnliche Persönlichkeit Jesu von Anfang an hervorgehoben,
aber man erahnt trotzdem die Blasphemien der nichtchristlichen Quellen,
aus denen der Koran schöpft.
Im Unterschied zum christlichen
Glaubensbekenntnis ist der Jesus des Korans, (übrigens Issa genannt, ein
Name ohne heilsgeschichtliche Bedeutung und eigentlich eine versteckte
Beleidigung der Christen), nicht am Kreuz gestorben und auch nicht
auferstanden. Der Koran leugnet ausdrücklich das christliche Kerygma,
Passion und Auferstehung und somit das Erlösungswerk Jesu Christi, des
bereits vor Jahrhunderten durch die Propheten angekündigten Messias.
Die
Bedeutung des Wortes „Messias“ ist im Koran nicht mehr verständlich.
Denn für den Koran ist Jesus nur ein „sündeloser“ Prophet, weniger
bedeutend als Mohammed, das „Siegel der Propheten“. Aber im christlichen
Verständnis ist Christus nicht nur Empfänger einer göttlichen
Offenbarung, sondern die Offenbarung Gottes selbst. Denn er ist der Herr
selbst und nicht nur ein „Prophet“. Wahrer Mensch und wahrer Gott.
Da
der Koran übrigens auch die Erbsünde leugnet, kennt er weder Erlösung
noch stellvertretende Sühne. Der Begriff Sünde ist im Islam eben nur ein
Verstoß gegen eine Regel Allahs, (außer der oben erwähnten Hauptsünde,
die im absolut falschen Verständnis der hl. Dreifaltigkeit besteht und
nicht vergeben werden kann!).
Ob Allah diese „Sünden“ (Verstöße)
vergibt, ist seiner Willkür überlassen, denn er führt „in die Irre, wen
er will“ und „erschafft Menschen und Djinn für die Hölle“. Wie kann
man dann noch von einem barmherzigen Gott reden, wie er mehrmals am Tag
von den Muslimen angerufen wird?
Die Präexistenz des Logos wird
überhaupt nicht erwähnt, geschweige denn anerkannt. Eines der Hauptziele
des Korans besteht darin, die Göttlichkeit und das Erlösungswerk Jesu
Christi zu verneinen.
Andrerseits verleiht der Koran Issa
Eigenschaften, die nur Gott besitzt. Z. B., dass er Leben spendet, dass
er Wunder tut, dass er die Wahrheit gebracht hat, dass er das Wort
Gottes ist, dass er mit heiligem Geist gestärkt ist, dass er mit
Weisheit erfüllt ist, dass er der Messias ist, dass seine Lehre
(Evangelium, Injil) „Rechtleitung, Licht und Ermahnung für die
Gottesfürchtigen“ ist, dass er mit Frieden in die Welt kommt, dass alle
Menschen ihm gehorchen müssen, dass er in den Himmel aufgefahren ist,
dass er am Tag des Gerichts wiederkommen wird etc.
Wenn laut Islam
der biblische Christus mit dem Issa des Korans identisch ist, dann
müsste der Koran logischerweise Christus als Gott anerkennen, warum aber
tut er es dann nicht?
Der Koran vermengt also Lüge und Wahrheit und
stiftet somit seit Jahrhunderten Verwirrung, die glaubensschwache
Personen leicht in die Apostasie, die Abwendung von ihrem Glauben,
führen kann. Denn der Islam ist nicht nur eine Religion, sondern
prinzipiell eine politische Ideologie, die die Religiosität der
Gläubigen ausnützt, sich seit Jahrhunderten mit Gewalt ausbreitet und
die Weltherrschaft anstrebt.
Ein wirksamer Schutz gegen den
aggressiv expandierenden Islam besteht daher nicht bloß in politischen
Maßnahmen, sondern in erster Linie in der Befolgung aller Bitten, die
die Muttergottes seit Beginn des marianischen Zeitalters (1830) in all
ihren Erscheinungsorten ausgesprochen hat, wie z.B. der genauen Kenntnis
der christlichen Lehre, des Katechismus, in der meditativen Lektüre der
Bibel, insbesondere des Neuen Testamentes, aber ebenso im Gebet, vor
allem dem betrachtenden Rosenkranzgebet, dem Engel des Herrn (!), einem
vertieft christlichen Leben, im Fasten und einer mutigen Evangelisierung
der nach Wahrheit (d.h. nach Christus) hungernden Menschen, (wobei der
Kenntnis des Grabtuches von Turin eine besondere Bedeutung zukommt), der
Sühnesamstage wie der stellvertretenden Sühne und vor allem der Weihe
an das Unbefleckte Herz Mariens.
Bibliographie
P. Josef Herget: Schriftenreihe „Christentum und Islam“
P. Guy Pagès:“Interroger l’Islam 1501 questions à poser aux musulmans“ DMM. 4e édition, Paris 2018
Annie Laurent: L’Islam pour tous ceux qui veulent en parler (mais ne le connaissent pas encore) éd. Artège, Paris 2017
Jean-Jacques Walter: Le Coran révélé par la Théorie des Codes, Studia Arabica XXII, éditions de Paris, 2014
P.
Edouard Marie Gallez: Le Messie et son Prophète Aux origines de
l’Islam Studia Arabica I et II, éditions de Paris, Paris 2005
Olaf: Le grand Secret de l’Islam, Paris 2015
Leila Quadr et Aarun Amine Saad Edine: les Trois Visages du Coran. Éditions de Paris, s.a. (2014 ?)
Peter Schäfer: Jesus im Talmud, Mohr Siebeck, Tübingen 2007
Detschko
Svilenov Myuzhgen Ahmedova Ali Dini: Christentum und Islam Zwei
grundverschiedene Religionen. Wo ist die Wahrheit, Bulgarien 2016
Der Koran, Reclam, Stuttgart 1990
Die Bibel: Jeruslamer Bibel, Diego Arenhoevel, Alfons Deissler, Anton Vögtle, Herder, Freiburg im Breisgau 1968
VISION 2000 6/2018
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