Im 17. Jahrhundert hat man zu Fuß fünf Kilometer pro Stunde,
heute fliegt man 200-mal so schnell um den Erdball. "Mit dieser
Beschleunigung haben wir uns in einen Zustand gebracht, in dem wir uns
ständig selbst überfordern", so die Umwelthistorikerin Verena
Winiwarter.
Durch dieses enorme Tempo könne man zum Beispiel nicht die nötige
Anzahl von verantwortungsbewussten Entscheidungen treffen, meinte Winiwarter
bei einem Vortrag, die am in Wien ansässigen Institut
für Soziale Ökologie der Universität Klagenfurt arbeitet. "Wir haben
dabei auch viele Dinge geschaffen, die man nicht von heute auf morgen
ändern kann, und die uns in eine Risikospirale treiben, deren Folge
unter anderem der Klimawandel ist", sagte sie.
Es gebe bis heute
keine überzeugende Strategie gegen die globale Erwärmung, obwohl das
nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch viel sinnvoller wäre, als
weiterzumachen wie bisher. Denn laut Berechnungen würde ein "Business as
usual"-Szenario bis zu 20 Prozent des Welteinkommens verschlingen,
während die "Behandlungskosten" auf durchschnittlich ein Prozent
geschätzt werden.
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