19.9.18

 

Religionen, Glaube und Wertesysteme






 

Die neuen Bedrohungen des menschlichen Lebens

Was zum Leben selbst in Gegensatz steht, wie jede Art Mord, Völkermord, Abtreibung, Euthanasie und auch der freiwillige Selbstmord; was immer die Unantastbarkeit der menschlichen Person verletzt, wie Verstümmelung, körperliche oder seelische Folter und der Versuch, psychischen Zwang auszuüben; was immer die menschliche Würde angreift, wie unmenschliche Lebensbedingungen, willkürliche Verhaftung, Verschleppung, Sklaverei, Prostitution, Mädchenhandel und Handel mit Jugendlichen, sodann auch unwürdige Arbeitsbedingungen, bei denen der Arbeiter als bloßes Erwerbsmittel und nicht als freie und verantwortliche Person behandelt wird: all diese und andere ähnliche Taten sind an sich schon eine Schande; sie sind eine Zersetzung der menschlichen Kultur, entwürdigen weit mehr jene, die das Unrecht tun, als jene, die es erleiden. Zugleich sind sie in höchstem Maße ein Widerspruch gegen die Ehre des Schöpfers.

Weit davon entfernt, sich einschränken zu lassen, ist dieses beunruhigende Panorama statt dessen leider in Ausdehnung begriffen: mit den neuen, vom wissenschaftlich-technologischen Fortschritt eröffneten Perspektiven entstehen neue Formen von Anschlägen auf die Würde des Menschen, während sich eine neue kulturelle Situation abzeichnet und verfestigt, die den Verbrechen gegen das Leben einen bisher unbekannten und womöglich noch widerwärtigeren Aspekt verleiht und neue ernste Sorgen auslöst: breite Schichten der öffentlichen Meinung rechtfertigen manche Verbrechen gegen das Leben im Namen der Rechte der individuellen Freiheit und beanspruchen unter diesem Vorwand nicht nur Straffreiheit für derartige Verbrechen, sondern sogar die Genehmigung des Staates, sie in absoluter Freiheit und unter kostenloser Beteiligung des staatlichen Gesundheitswesens durchzuführen.

Das alles bewirkt einen tiefgreifenden Wandel in der Betrachtungsweise des Lebens und der zwischenmenschlichen Beziehungen. Der Umstand, daß die Gesetzgebung vieler Länder sogar in Abweichung von den Grundprinzipien ihrer Verfassungen zugestimmt hat, solche gegen das Leben gerichtete Praktiken nicht zu bestrafen oder ihnen gar volle Rechtmäßigkeit zuzuerkennen, ist zugleich besorgniserregendes Symptom und keineswegs nebensächliche Ursache für einen schweren moralischen Verfall: Entscheidungen, die einst einstimmig als verbrecherisch angesehen und vom allgemeinen sittlichen Empfinden abgelehnt wurden, werden nach und nach gesellschaftlich als achtbar betrachtet. Selbst die Medizin, die auf die Verteidigung und Pflege des menschlichen Lebens ausgerichtet ist, verwendet sich in einigen ihrer Bereiche immer eingehender für die Durchführung dieser Handlungen gegen die Person und entstellt auf diese Weise ihr Gesicht, widerspricht sich selbst und verletzt die Würde all derer, die sie ausüben. In einem solchen kulturellen und gesetzlichen Kontext sehen sich auch die schwerwiegenden bevölkerungsstatistischen, sozialen oder familiären Probleme, die auf zahlreichen Völkern der Welt lasten und eine verantwortungsvolle und rührige Aufmerksamkeit seitens der nationalen und internationalen Gemeinschaften erfordern, falschen und illusorischen Lösungsversuchen ausgesetzt, die zur Wahrheit und zum Wohl der Menschen und der Nationen im Widerspruch stehen.

Das Ergebnis, zu dem man gelangt, ist dramatisch: so schwerwiegend und beunruhigend das Phänomen der Beseitigung so vieler menschlicher Leben vor der Geburt oder auf dem Weg zum Tod auch sein mag, so ist die Tatsache nicht weniger schwerwiegend und beunruhigend, daß selbst das Gewissen, als wäre es von so weitreichenden Konditionierungen verfinstert, immer träger darin wird, die Unterscheidung zwischen Gut und Böse wahrzunehmen im Hinblick auf den fundamentalen Wert des menschlichen Lebens.

EVANGELIUM VITAE Papst Johannes Paul II.
 

18.9.18

 

Börsenwissen

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Reich werden für Anfänger

Fünf Regeln für Aktien-Sparer

Um vom hohen Zinses-Zins-Effekt am Aktienmarkt voll profitieren zu können, müssen Anleger lediglich ein paar einfache Regeln beachten.
1. Je früher, desto besser! Erst über lange Zeiträume kann der Zinses-Zins-Effekt seine großen Kräfte entfalten.
2. Breit streuen! Gerade bei geringen Sparbeträgen ist die Diversifizierung eines Depots mit einzelnen Aktien schwierig. Besser ist es da auf einen ETF zu setzen. Damit lassen sich komplette Aktienindizes wie der Dax und sogar mehrere Anlageregionen (z.B. MSCI World) abdecken.
3. Kosten reduzieren! Viele Broker bieten kostenlose ETF-Sparpläne schon ab 25 Euro an. Auch bei den ETF-Anbietern ist es wichtig, auf die Kostenstruktur zu achten, hier gibt es große Unterschiede.
4. Sparen automatisieren! Mit Sparplänen machen sich Sparer das Leben leicht. Das Geld wird automatisch abgebucht, etwa zum 1. oder 15. eines Monats, und investiert. Damit umschifft der Sparer zudem eine große Klippe am Aktienmarkt: Es gibt genügend Studien, die belegen, dass Privatanleger beim Markttiming, also bei der Suche nach dem perfekten Ein-und Ausstiegszeitpunkt, kläglich versagen.
5. Ruhe bewahren! Korrekturen und auch Crashs gehören zur Börse dazu. Doch die Geschichte zeigt auch: Wer investiert bleibt und stur weiter spart, steht meist schon kurze Zeit nach einer solchen Krise besser da als zuvor.


 

Lehman Brothers - Die große Pleite

"Es war der Beginn der schlimmsten Finanzkrise seit dem Zweiten Weltkrieg", sagt Jean-Claude Trichet, der ehemalige Chef der Europäischen Zentralbank, heute über den Zusammenbruch der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers vor zehn Jahren. Am 15. September 2008 musste das Bankhaus Insolvenz anmelden. Alle Rettungsversuche waren gescheitert, und vor allem in Deutschland verloren viele Kleinanleger ihre Ersparnisse. In der hr-Dokumentation zum zehnten Jahrestag erinnern sich hochkarätige Gesprächspartner an die größte Pleite in der Geschichte der Wall Street und ihre Folgen. Es war ein denkwürdiges Wochenende, das am Freitag, dem 12. September 2008, seinen Anfang nahm. An diesem Abend lud der amerikanische Finanzminister Henry Paulson alle Größen der Wall Street in die New Yorker Zentralbank ein. Das Thema damals: der drohende Absturz von Lehman Brothers, seinerzeit die viertgrößte Investmentbank der Welt, eine der Säulen der amerikanischen Finanzwirtschaft. Am Ende stand, nach vielen Diskussionen, Verhandlungen und eilig konzipierten Rettungsplänen, letztendlich dennoch die Insolvenz von Lehman Brothers. Damit war ein bis dahin gültiger Grundsatz der Finanzwirtschaft am Ende: too big to fail, zu groß, um zu scheitern, hieß es vor dem Lehman-Crash noch, wenn es darum ging, ob ins Wanken geratene Bankhäuser durch staatliche Hilfe gestützt werden sollten. Kurz zuvor erst waren in den USA mit den halbstaatlichen Bankhäusern Fannie Mae und Freddie Mac zwei Finanzdienstleister mit Steuerzahler-Milliarden gerettet worden. Bei Lehman Brothers gab es keine Hilfe mehr. Und so erzählt die Pleite auch viel über die damalige Zeit, über ein Finanzsystem, das außer Kontrolle geraten war - und über eine Bevölkerung, die in ihrem Vertrauen in Politik und Eliten zutiefst erschüttert wurde. Der Zusammenbruch des Bankhauses traf gerade in Deutschland auch viele Menschen, die ihr Geld in vermeintlich sicheren Zertifikaten angelegt hatten und nun erleben mussten, wie etwa ihre Altersvorsorge buchstäblich über Nacht verloren ging. Anlässlich des zehnten Jahrestages blickt die dreißigminütigen Dokumentation zurück und lässt entscheidende Player, wie etwa Ex-Lehman-Kommunikationschef Andrew Gowers oder den ehemaligen Deutschland-Chef von Lehman, Karl Dannenbaum, zu Wort kommen. Der Film von Carla Röthig rekapituliert zudem das Crash-Wochenende und lässt viele der damals beteiligten Beobachter, wie etwa den damaligen Finanzminister Peer Steinbrück oder Jean-Claude Trichet, ihre Eindrücke der entscheidenden 48 Stunden schildern. Steinbrück erinnert sich: "In dem Augenblick, wo uns die Nachricht erreicht hat, war allen völlig glasklar , dass das der Trigger sein könnte für eine Erschütterungsdynamik." Eine Erschütterungsdynamik, die dennoch nicht so lehrreich war, wie sie hätte sein sollen? Im Interview mit dem Filmteam gibt Jean-Claude Trichet zu bedenken: "Es war eine verheerende Mischung aus fehlendem Durchblick und mangelndem Risikomanagement, das diese Zeit ausgemacht hat. Ich fürchte allerdings, dass wir nicht alle Lehren aus unseren Fehlern gezogen haben, die wir zwingend hätten ziehen müssen." Weiterhin zu Wort kommen in dem Film der ehemalige Investmentbanker Leonhard "Lenny" Fischer, der grüne Finanzpolitiker Gerhard Schick sowie betroffene Privatanleger der damaligen Lehman-Pleite. Wie konnte es so weit kommen, dass der Crash eines Bankhauses die gesamte Welt in eine Finanzkrise stürzte? Gab es wirklich keine Anzeichen? Und kann so etwas jederzeit wieder passieren?

hr

Beiträge zum Jahrestag der Lehman-Pleite auf boerse.ARD.de

Wo liegen die Unterschiede zu Europa?


Kommentar: Zehn Jahre nach Lehman

Die Jahrhundert-Pleite
Wie der Lehman-Crash die Welt veränderte "Die Jahrhundert-Pleite" ist ein Film über eine Bank und zugleich über die erschreckenden Mechanismen der Weltwirtschaft. Er zeigt, dass der Glaube an ökonomische Sicherheit eine Illusion ist, und er belegt, dass wie machtlos Regierungen sind.




Was haben wir gelernt?






Das führte zum Crash von Lehman Brothers:
 Gier, Fehlanreize, Risikosucht und Erfolgsblindheit


Was bleibt vom großen Crash?

 

Die große Abzocke

 

 


 

In den Fängen der Abzocker, Wie Anleger um Milliarden gebracht werden



Deutsche Anleger verlieren jedes Jahr Milliarden bei unseriösen Finanzgeschäften. Hinter vielen Skandalen stehen oft dieselben Personen als Drahtzieher. In der Dokumentation kommen Menschen zu Wort, die auf eine sichere Altersvorsorge hofften und in die Fänge von Abzockern gerieten. Die Versprechen von Traumrenditen und sicheren Kapitalanlagen für die Zukunft waren oft miese Tricks von dubiosen Anbietern. "ZDFzoom" hat die Methoden fragwürdiger Anlageberater unter die Lupe genommen. Die meisten Fälle spielten und spielen noch immer auf dem sogenannten "Grauen Kapitalmarkt". Der ist nach Ansicht von Verbraucherschützern ein Tummelplatz für unseriöse Geschäftemacher. Die deutsche Finanzaufsicht, BaFin, warnt vor Unternehmen: "... die keine Erlaubnis der BaFin benötigen und nur wenige gesetzliche Vorgaben erfüllen müssen". Auch das Bundeskriminalamt rät zur Vorsicht, spricht von einem jährlichen Schaden für Anleger in Höhe von 20 Milliarden Euro. "ZDFzoom"-Recherchen belegen, dass über die einzelnen Skandale hinaus noch eine weit größere Dimension des Problems existiert. In Deutschland gibt es ein Netzwerk von einigen Hundert Personen, die sich immer neue Anlegerfallen ausdenken und auflegen. Danach hat die Vorgehensweise dieser Leute System, im Hintergrund tauchen diese Figuren in neuen, häufig wechselnden Funktionen und Firmen auf, meistens, um Gelder von leichtgläubigen Anlegern einzustreichen. Die "ZDFzoom"-Reporter haben viele Wochen recherchiert, Insider der Fondsbranche, Staatsanwälte, Insolvenzverwalter und Verbraucherschützer gesprochen. Das Ergebnis: Viele Anlegergelder wurden verzockt, verprasst oder über dunkle Kanäle ins Ausland gebracht. In einem Fall führen die Spuren einer Firma bis in die Steueroase Panama. Mit den Informationen aus den Panama Papers, die der Süddeutschen Zeitung vorliegen, konnte "ZDFzoom" die Methoden genau nachvollziehen und aufdecken, wie skrupellos Verantwortliche dieses Unternehmens vorgingen. 

Mehr unter www.zoom.zdf.de


 

Welt ohne Banken? - Die Blockchain-Revolution


Das Internet stellte die Welt des Einzelhandels, der Buchverlage und der Finanzbranche auf den Kopf. Jetzt bricht das nächste Digitalzeitalter an. Es könnte Banken überflüssig machen. Die virtuelle Währung Bitcoin ist wohl der Anfang einer Revolution. Bitcoin basiert auf der sogenannten Blockchain-Technologie. Sie braucht keine Banken mehr für Geldtransfers, Überweisungen dauern nur Sekundenbruchteile. Blockchain ist eine Art Register im Internet. Erfasst werden beispielsweise Geldbeträge, Wertpapiere oder Verträge. Die Datensätze gelten als sicher: Kopien liegen auf Tausenden von Rechnern weltweit. Manipulationen oder Fälschungen würden schnell auffliegen. Lieferketten für Lebensmittel können ebenso lückenlos nachvollzogen werden wie beispielsweise die genaue Herkunft eines einzelnen Edelsteins. Geschäfte laufen schnell, günstig und ohne Zwischeninstanz ab. Vielleicht kommen wir deshalb in Zukunft nicht nur ohne Banken aus, sondern auch ohne Notare, Makler, Ausweispapiere und Kontrollbehörden. Das 3sat-Wirtschaftsmagazin "makro" fragt: Steht die Revolution unseres Alltags bevor? Und der Art, wie wir Geschäfte machen?

17.9.18

 

Wie ticken die Roboter?

Maschinen-Verhaltensforschung

 Im Jahr 1956 trafen sich Wissenschafter bei der "Dartmouth Conference", um sich über Zukunfts-Themen wie "automatische Computer" auszutauschen. Die Konferenz gilt als die Geburtsstunde der Künstlichen Intelligenz. Das Fach hat offenbar eine lange Kindheit, denn vergangene Woche, mehr als 60 Jahre später, haben sich KI-Forscher in Wien zu einem Workshop versammelt, der sich der Frage annahm: Kann man das Verhalten von Künstlichen Intelligenzen vorhersagen, damit man weiß, wie die Maschinen ticken? Unter den zehn ForscherInnen war auch Iyad Rahwan vom MIT Media Lab. Die Gruppe hat den Grundstein für eine neue Disziplin gesetzt, die man mit "Maschinenverhaltensforschung" übersetzen könnte.

Ö1

Workshop Machine Behaviour
Iyad Rahwan
MIT Media Lab

 

Transparenz gegen wissenschaftliches Fehlverhalten

Meistens sind es kleine Schlampereien aus Zeitdruck, manchmal werden tatsächlich Ergebnisse erfunden, gefälscht oder abgeschrieben: Obwohl es klare Regeln für wissenschaftliches Arbeiten gibt, werden immer wieder unsaubere, manchmal sogar gänzlich gefälschte Studien publiziert. Wie man das verhindern kann, wurde bei einem internationalen Symposium der Österreichischen Agentur für wissenschaftliche Integrität (ÖAWI) in Wien diskutiert.

Lex Bouter, Professor für Methoden und Integrität an der Universität Amsterdam

Ö1

 

Zeitumstellung: Wissenschaftler warnen vor ewiger "Sommerzeit"

Die Zeitumstellung abschaffen – das wollen nicht nur viele Deutsche. Doch Forscher warnen: Eine dauerhafte "Sommerzeit" könne schlimme Auswirkungen haben. 

 Die drastischsten Worte dazu findet Till Roenneberg vom Institut für Medizinische Psychologie der Universität München. Stelle man die Uhren ganzjährig auf Sommerzeit um, werde es "riesige Probleme geben", warnt er vor dem "Cloxit". "Man erhöht die Wahrscheinlichkeit für Diabetes, Depressionen, Schlaf- und Lernprobleme – das heißt, wir Europäer werden dicker, dümmer und grantiger."

Der Chronobiologe prognostiziert zudem: "Jedes Land, das das nicht macht, wird uns akademisch überholen." Denn vor allem Schüler und Studenten seien betroffen, weil Lernen und das Gelernte zu verarbeiten, bei zu wenig Schlaf stark eingeschränkt werde. Im Alter von etwa 20 Jahren sei zudem das Schlafbedürfnis am größten. Russland habe schon einmal versucht, dauerhaft die Sommerzeit einzuführen – und sei damit gescheitert, sagt Roenneberg.

Die Forscher und die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) sprechen sich für eine dauerhafte "Normalzeit" aus. "Die bisherige Winterzeit entspricht den Verhältnissen, die unter Berücksichtigung der natürlichen Lichteinflüsse für unseren Schlaf-Wach-Rhythmus am günstigsten ist", sagt der DGSM-Vorsitzende Alfred Wiater. "Wenn wir im Winter am Morgen länger der Dunkelheit ausgesetzt sind, werden wir schlechter wach", sagt Wiater. Das könne Konzentration und Aufmerksamkeit beeinträchtigen und zu mehr Fehlern in der Schule und im Job führen sowie Unfälle begünstigen.

Licht und Dunkelheit bestimmen unsere innere Uhr – wann wir wach und wann wir müde werden. Das Problem ist: Die wenigsten Deutschen können sich nach diesem natürlichen Rhythmus richten. Ihr Tagesablauf wird von der sogenannten sozialen Zeit bestimmt. Der Großteil braucht daher morgens einen Wecker, um pünktlich bei der Arbeit oder in der Schule zu sein. Roenneberg nennt das "sozialen Jetlag".

Wenn es durch die Sommerzeit abends länger hell ist, setzt die Produktion des Schlafbotenstoffs Melatonin erst später ein. Man wird nicht rechtzeitig müde, muss aber morgens trotzdem früh aus dem Bett. "Mit der Zeit droht ein Schlafmangel – wir werden noch mehr zu einer chronisch unausgeschlafenen, übermüdeten Gesellschaft", sagte Schlafforscher Hans-Günter Weeß kürzlich dem Stern.

Auch DGSM-Chef Wiater sagt: "Besonders die ersten drei Tage nach der Zeitumstellung sind stressig für unseren Organismus." Das zeige sich an einem erhöhten Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle. In der Regel finde man nach einer Woche seinen neuen Rhythmus. "Bei manchen Menschen kann es aber auch mehrere Wochen dauern – insbesondere wenn auch aus anderen Gründen der Schlaf-Wach-Rhythmus gestört ist."
Er geht davon aus, dass etwa ein Viertel der Bevölkerung Probleme mit der Zeitumstellung hat. Im Frühjahr sei sie für die meisten Menschen schlimmer als im Herbst. Denn sie verursache ein Schlafdefizit – uns wird eine Stunde genommen. Grundsätzlich spielten aber viele psychische Faktoren bei Ein- und Durchschlafstörungen eine Rolle. Habe man Schlafprobleme, verschlechtere sich auch die Stimmung. Stress und Schlaf hingen eng zusammen, sagt auch Roenneberg: "Wenn Sie viel Stress haben, brauchen sie guten Schlaf, um diesen zu bewältigen. Wenn sie den nicht kriegen, wird der Stress noch größer."

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16.9.18

 

Neue Therapie gegen Migräne

Migräne und Kopfschmerzen zählen zu den am meisten verbreiteten Krankheiten, die oft unterschätzt werden. Zum Europäischen Kopfschmerz- und Migränetag wollen Neurologen auf die neuen Behandlungsmethoden aufmerksam machen.

ORF Tirol

Antikörpertherapie

Für Patienten, die regelmäßig unter Attacken leiden, gibt es nun eine gute Nachricht. Nach erfolgreichen Studien hat die EU-Kommission einem Antikörper-Medikament gegen Migräne die Zulassung erteilt. Antikörpertherapie ist für Patienten gedacht, die unter häufigen Migräne-Attacken mit starken Schmerzen leiden und denen keine anderen Medikamente helfen. Die neue Antikörpertherapie ist bereits nach erfolgreichen Studien in den USA eingeführt.

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Ab September gibt es das Medikament Aimovig in Österreich. Der Antikörper soll Migräne vorbeugen – ist aber nicht für alle Patienten geeignet.

Seit 30. Juli ist das Migräne-spezifische Medikament Aimovig in der EU für die Migräne-Vorbeugung bei chronischer und episodischer Migräne zugelassen. Aber nur für Patienten mit mindestens drei bis vier langanhaltenden Migräne-Attacken pro Monat, die durch Akutmedikamente nicht ausreichend behandelbar sind. Der Hoffnungsträger, der zwischen 6.000 und 7.000 Euro pro Jahrestherapie kostet, wird als Lösung einmal im Monat unter die Haut injiziert.

Hinter dem Namen Aimovig verbirgt sich der zielgerichtete monoklonale Antikörper Erenumab, der den Rezeptor für CGRP blockiert. CGRP macht die Nerven überempfindlich, ist stark gefäßerweiternd und an der Schmerzverarbeitung beteiligt. Wenn Erenumab den CGRP-Rezeptor blockiert, wird es abgeschwächt oder sogar wirkungslos.

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Science



15.9.18

 

In zehn Jahren wird es kein westliches System mehr geben

Kreml-Berater Karaganow im RT-Gespräch


 

The Free Speech Social Network



 

Verschwörungstheoretiker Alex Jones

Wiki



 

Hurricane Florence live

Link


 

Public Value Österreich

zukunft.orf.at

 

Der Wald von morgen

Während die Abholzung der Wälder auf der Welt weiterhin ein großes Problem darstellt, scheinen sich bedeutende Veränderungen anzubahnen. In Tasmanien, im Kongo, in Frankreich, in Bangladesch, und in Lateinamerika erleben waldreiche Regionen ein Wiederaufleben. Die Doku-Reihe zeigt fünf Waldgebiete, die diese Veränderungen am besten schildern.

Der Regenwald im Herzen Afrikas ist eine Welt für sich. Er beherbergt das größte Wildtier-Reservat des Kontinents. Auf zwei Millionen Quadratkilometern Fläche und über sechs Länder, erstreckt sich der afrikanische Primärwald im Kongo-Becken. Er ist nach dem Amazonas-Regenwald die zweitgrößte grüne Lunge der Erde.


Unter dem dichten Blätterdach bleiben kein Knistern, kein Duft, und kein Atemzug unbemerkt. Das Leben ist hier perfekt aufeinander eingespielt. Vom kleinsten Insekt bis zum größten Säugetier, vom unscheinbaren Schattengewächs bis zur Pflanze, die sich dem Licht entgegenreckt - alle Arten sind voneinander abhängig, und das seit Anbeginn der Zeit. Unter den Waldbewohnern befinden sich auch Menschen: Indigene Völker der so genannten Pygmäen. Die Jäger und Sammler sind Teil der unendlichen Vielfalt des Waldes.


Die Basis dieser einzigartigen Symbiose bilden jedoch die Bäume. Mit Namen wie Limba, Okoumé, Sipo oder Sapelli. 4.000 einheimische Pflanzenarten tragen zum Reichtum dieses riesigen, uralten Regenwaldes bei.


Die Dokumentation zeigt die Menschen, für die dieser Wald seit Menschengedenken ihre Heimat ist und jene, die sich für den Erhalt dieses Waldes einsetzen.


Servus TV
 

 

Internet der Lügen

Neue Leute kennenlernen, Arbeit finden, Insider-Tipps und Infos tauschen - Social Networks bieten schier unerschöpfliche Möglichkeiten und sind für viele unentbehrlich geworden. Doch die Medaille kann auch eine üble Kehrseite haben: Langzeitarbeitslose, die dringend einen Job brauchen, Singles, die nach einer Beziehung suchen und andere gutgläubige User sind für Internet-Betrüger oft leichte Beute. Es werden große Versprechen gemacht oder Karrieremöglichkeiten in Aussicht gestellt, um den Leuten Geld aus der Tasche zu ziehen. Enttäuschte Liebe, Vertrauensmissbrauch und tiefe Einschnitte in die Privatsphäre - ahnungslose Opfer finden sich in Sozialen Netzwerken bloßgestellt, beleidigt und trauen sich kaum mehr auf die Straße. Wie diese Doku-Serie zeigt, kann es aber noch viel schlimmer kommen: Auch gefährliche Verbrecher und Mörder suchen ihre Opfer zuweilen über Online-Anzeigen und lassen sie dann nicht mehr aus den Fängen.

TLC
 

 

Stromfresser Internet - Die Schattenseiten der Digitalisierung

Es ist smart, es hilft uns, besser zu leben: das Internet. Doch ohne eine gigantische Maschinerie läuft nichts. Unzählige Rechenzentren werden gebraucht - und die sind wahre Stromfresser.
Viele halten das Internet für virtuell. Aber dahinter steht ein riesiger Apparat, der einen gewaltigen Hunger auf Energie besitzt. "planet e." begibt sich auf Spurensuche in Deutschland und Skandinavien, zeigt die Umweltprobleme und wie sie zu lösen wären.


Computer und Handys machen das Leben unterhaltsamer - und manchmal auch effizienter. Denn mit vernetzter Software kann jede Menge Energie gespart werden. Der Boom benötigt aber auch selbst Strom - und nicht zu knapp: Deutschland rüstet sich für die Herausforderungen des digitalen Zeitalters. Neue Rechenzentren müssen her, um die immer aufwendigeren Leistungen zu bewältigen. Weltweit steigt der Strombedarf rasant an. Mehr als zwei Dutzend Kernkraftwerke werden inzwischen benötigt - die allein für das Internet laufen. Und die Nutzung von digitalen Dienstleistungen steigt weiter an: Alle ein bis zwei Jahre verdoppelt sie sich. Durch autonomes Fahren, Streamen von Serien oder auch einfach nur einen Klick bei Google - milliardenfach ausgeführt, überall auf der Welt.


Wäre das Internet ein Land, dann hätte es den sechstgrößten Stromverbrauch auf unserem Planeten. Das belegen Untersuchungen, die Greenpeace durchgeführt hat. In der Stadt Frankfurt verbrauchen Rechenzentren bereits mehr Strom als der internationale Flughafen.
Was unternimmt die IT-Branche, um diesen Energiehunger umweltgerecht zu bewältigen und effizienter zu gestalten? "planet e." schaut hinter die Kulissen von Software-Giganten wie SAP, begleitet eine Studentinnen-WG in ihrer digitalen Welt und besucht Serverfarmen tief unter der Erde in Norwegen. Wie lässt sich der immer größer werdende digitale Energiehunger umweltgerecht bewältigen? Ein Lösungsansatz könnte ein schwedisches Modell sein, das in der Stadtentwicklung ganz neue Wege geht.


ZDF 23.09.2018 16:30 - 17:00

 

Wie die DDR ihre Bürger wegsperren wollte

Es ist ein perfider Plan, der im Auftrag der DDR-Regierung 1967 initiiert und bis November 1989 perfektioniert und ständig aktualisiert wird. Ziel der Direktive ist es, einen Volksaufstand wie am 17. Juni 1953 schon im Keim zu ersticken. Der Plan soll deshalb im Falle von inneren Krisen in der DDR-Gesellschaft potenzielle Gegner des Staates sofort durch Verhaftung und Isolierung zum Schweigen bringen. Dafür erfasst die Staatssicherheit mehr als 86.000 DDR-Bürger im so genannten "Vorbeugekomplex". Hier sammelt das MfS alle jene, die es als gefährlich betrachtet: Friedens- und Umweltaktivisten, Oppositionelle aus Kirchenkreisen, Künstler, Andersdenkende, Ausreiseantragsteller. Aber dabei belässt es die Stasi nicht. Sie plant mit deutscher Gründlichkeit die Festnahmen und die Bereitstellung von Isolierungslagern für über 10.000 Menschen samt Bewachung und Versorgung. Es ist eine logistische Meisterleistung. Dass dieses Vorgehen gegen die Gesetze der DDR, gegen Menschenrechte und gegen die von der DDR unterschriebene Schlussakte von Helsinki verstößt, stört in der SED- und MfS-Führung niemand.

Anhand von aufgefundenen Stasi-Dokumenten sowie von Zeitzeugenberichten rekonstruiert der Film dieses gewaltige Planspiel von unfassbarem Ausmaß und erschreckender Präzision. Und er geht der entscheidenden Frage nach, warum dieser Plan in den heißen Tagen des Wendeherbstes 1989 nicht zur Anwendung kommt.



ARD 01.10.2018 23:30 - 00:15

 

Versuchslabor Armut

Mehr als vier Milliarden Euro spenden allein die Deutschen jährlich für humanitäre Hilfsprojekte, in der Hoffnung, die Armut in der Welt zu bekämpfen. Aber wann hilft die Hilfe wirklich?
Eine neue Generation von Entwicklungshelfern will diese Frage mit Methoden beantworten, die bisher aus den Naturwissenschaften bekannt waren. Sie testen Entwicklungsprojekte wie Pharmaunternehmen ein neues Medikament: mit Zufallsexperimenten und Kontrollgruppen.


Die Französin Esther Duflo gehört gemeinsam mit ihrem indischen Partner Abhijit Banerjee zu den Stars dieser jungen Denkschule. Gemeinsam mit Banerjee gründete sie am Massachusetts Institute of Technology das "Poverty Action Lab", eine Denkfabrik zur Optimierung der Entwicklungszusammenarbeit. Esther Duflo stellt der konventionellen Entwicklungshilfe ein schlechtes Zeugnis aus. Zu lange habe lediglich der gute Wille gezählt - oder die gut gemeinte Hilfe habe die Probleme nur verlagert.


Die 3sat-Dokumentation "Versuchslabor Armut" begleitet Esther Duflo auf einer Forschungsreise nach Indien. Gemeinsam mit ihrem Partner und ihrem zehn Monate alten Baby besucht sie dort Hilfsprojekte ihrer Kollegen vom Abdul Latif Jameel Poverty Action Lab (J-PAL).


14.9.18

 

Todesuhren

Ein Zukunftsszenario über Künstliche Intelligenzen, die vorhersagen, wann ein Patient stirbt

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Flussreporter

Das Online-Magazin zu Flüssen und Flusslandschaften

Flüsse sind die Lebensadern unserer Landschaften. Sie sind ein wichtiger Bestandteil des lebensnotwendigen Wasserkreislaufs, sie sind Biotop und Psychotop gleichermaßen. Wir berichten über den Lebensraum Fluss, seine Bedeutung für Menschen, Tiere und Pflanzen, die Wasserversorgung, das Klima und die Biodiversität.

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Stechen im Knie

Stechende Schmerzen im Knie sind keine Krankheit, sondern ein Symptom, das auf viele Erkrankungen hinweisen kann. 

Wo schmerzt es?

Das Wissen über die Anatomie des Knies ermöglicht es Ärzten, die Ursache des Stechens im Knie herauszufinden. Durch die Art, den Ort, die Intensität und Wiederkehr des Schmerzes sehen sie, ob die Bänder, die Menisken, die Kniescheibe oder die Muskeln betroffen sind.
Tritt der Schmerz vorne am Knie auf, so ist meist die Kniescheibe betroffen. Oft ist sie dann verformt oder verschoben.

Wie schmerzt es?

Stechen im Knie ist nicht gleich Stechen im Knie. Der Schmerz kann chronisch sein oder in bestimmten Situationen auftreten. Bisweilen entsteht er bei Belastung, in anderen Fällen gerade bei Entspannung. Die Schmerzen können drücken und stechen zugleich oder sich anfühlen wie ein Nadelstich.
Treten die stechenden Knieschmerzen bei Belastung auf, liegt ein Abnutzen der Menisken und Bänder nahe. Tut die Innenseite des Knies weh, stehen die Füße der Betroffenen meist falsch.
Ein akuter Schmerz, der plötzlich auftaucht, deutet auf eine Verletzung hin, zum Beispiel einen Bänderriss- oder eine Bänderdehnung.
Schmerzen außen am Knie lassen eine Verletzung von Meniskus oder Außenband vermuten.
Treten die Beschwerden auf, wenn sie eine Treppe aufsteigen? Dann handelt es sich wohl im eine Arthrose; haben Sie Kreuzbandschmerzen, wenn sie eine Treppe hinunter gehen? Dann sieht das nach einem Riss des vorderen Kreuzbandes aus.
Ist das Knie geschwollen? Das zeigt eine Entzündung an, entweder durch eine Wunde oder durch Bakterien. Sitzt der Schmerz sehr tief? Es kann sich um eine Knochenentzündung handeln.

Diagnose

Nicht nur der Hausarzt, sondern der Orthopäde ist gefragt. Der untersucht, wie beweglich das Knie ist, wie es Druck aufnimmt.

Weitere Untersuchungen beinhalten Blutproben, Röntgenstrahlen, MRT, Analysen der Gelenkflüssigkeit, Ultraschall und im Zweifel eine Spiegelung des Kniegelenks.



Behandlung bei stechenden Knieschmerzen

Die Behandlung von Knieverletzungen sollte so schnell wie nur möglich beginnen. Gerade bei Kniebeschwerden treten Komplikationen häufig auf, bedingt durch die besondere Belastung. Ärzte beugen Komplikationen vor, indem sie zum Beispiel Salben verabreichen, die nicht nur die Schmerzen lindern, sondern auch die Kniefunktionen stärken.
Ernste Verletzungen heilen nur mit ärztlicher Hilfe. Sie selbst können dafür sorgen, dass die Beschwerden sich zumindest nicht verschlimmern: Halten Sie den Bereich warm, zum Beispiel durch warme Bäder, warme Kleidung oder warme Umschläge. Ist das Knie geschwollen, dann kühlen sie es hingegen ab.
Bei Bakterien und Viren müssen sie das Knie schonen, Antibiotika zu sich nehmen oder Arzneimittel.
Ist das Knie akut überlastet, zum Beispiel durch extremen Sport, verschwinden die Schmerzen in der Regel, wenn sie es entlasten.
Bei Arthrose nehmen Sie Schmerzmittel zu sich und suchen einen Krankengymnasten auf. Bei fortschreitender Arthrose empfiehlt sich eine Operation, um das Wachstum der Knorpel zu fördern.

Gebrochene Kniescheiben lassen sich mit Operationen behandeln. Bisweilen helfen nur noch künstliche Kniegelenke, so bei einer schweren Arthrose. Diese gehören heute zu Routineeingriffen.
Die Schmerzen selbst lassen sich mit einer Menge Verfahren lindern: Infektionen, Akupunktur (Schmerzverlagerung), Gewicht reduzieren (bei Beschwerden wegen Überlastung), orthopädische Schuhe und Schmerzmittel.

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Was steckt dahinter, wenn die Hände zittern?

Sind wir aufgeregt oder verängstigt, empfinden wir zitternde Hände als völlig normal. Was aber kann dahinter stecken, wenn uns das Zittern an den Händen regelmäßig und scheinbar ohne Grund heimsucht?


Ein Zittern, das in Ruhe (bei liegenden Händen) zu beobachten ist und bei Bewegungen aufhört, ist ein charakteristisches Anzeichen der Parkinson-Krankheit.

Wenn das Zittern erst durch Bewegungen ausgelöst wird und bei Zielbewegungen (Finger auf die Nase) deutlich zunimmt, kann es sich auch um Störungen im Bereich des Kleinhirns handeln.
Ebenso können verschiedene andere Erkrankungen ein Zittern verursachen. Eine eindeutige Zuordnung kann am besten ein Facharzt für Neurologie nach einer genauen Untersuchung treffen - dieser kann dann auch eine entsprechende Behandlung einleiten.

 
Der medizinische Fachausdruck für Zittern lautet Tremor. In der Medizin sind verschiedene Arten von Zittern bekannt. Sie werden danach unterschieden, ob sie in Ruhe auftreten oder sich in Aktion verstärken. Das Zittern kann dabei außerdem physiologisch, also natürlicherweise vorkommen oder aber pathologisch, d.h. krankhaft sein. Beim sogenannten essentiellen Tremor gibt es keinerlei erkennbare Ursache für das Zittern, außer, dass vielleicht schon bei Vater, Mutter oder Großeltern zittrige Hände bekannt waren.

Beim Intentionstremor tritt das Zittern an den Händen besonders dann auf, wenn die betroffene Person eine zielgerichtete Bewegung machen, zum Beispiel nach einem Glas greifen wollen. Je mehr sich dabei die Hand dem Glas nähert, desto stärker wird das Zittern der Hände. Besonders bei Multipler Sklerose, akuter und chronischer (Alkohol-)Vergiftung sowie Verletzungen und Tumorerkrankungen des Kleinhirns tritt diese Form zitternder Hände auf.

Der Ruhetremor lässt dagegen gerade bei gezielten Bewegungen nach und verstärkt sich im Ruhezustand. Ein typisches Beispiel, bei dem v.a. Zeigefinger und Daumen zitternd aufeinanderschlagen, ist das sogenannte Münzenzähler- oder Pillendreherphänomen, das häufig als Symptom beim Parkinson-Syndrom beobachtet wird.

Auch Medikamente, vornehmlich Antidepressiva, Neuroleptika, Antiepileptika oder Lithium, können zitternde Hände verursachen. Eingesetzt werden diese Medikamente bei Beschwerdebildern wie Angst und depressives Syndrom, bei Krampfanfällen des Gehirns oder sogenannten schizoaffektive Störungen (z.B. manisch-depressives Syndrom).

Ein Haltetremor kann auftereten, wenn die Hände bewusst still gehalten werden sollen. Er ist eher feinschlägig und wird durch einen sinkenden Blutzuckerspiegel oder erhöhte Adrenalinausschüttung (z.b. bei Nervosität, innerer Unruhe und Aufregung) verstärkt. Umgangssprachlich „zittern wir vor Angst“ oder sind „vor Hunger schon ganz zittrig“. Ebenso kann ein starkes Untergewicht mit Schwächezuständen und Händezittern einhergehen. Zwar verstärken sich sämtliche Zitterformen durch Aufregung, ein rein psychisch begründetes Zittern lässt sich aber durch Ablenkung und Beruhigung vollständig unterbrechen. Auch vorübergehende Kreislaufbeschwerden bei Hypertonie oder Hypotonie, Hyperventilation und Panikattacken gehen vielfach mit zitternden Händen einher. Ist eine Neigung zum Händezittern schon in der Kindheit zu beobachten, handelt es sich meist um einen gutartigen, familiär vorkommenden Tremor. Dieser verstärkt sich in der Regel im Alter und wird dann als seniler Tremor bezeichnet.

In der Pflanzenheilkunde sind einige Pflanzen bekannt, welche unterstützend auf die funktionelle Tätigkeiten des Nervensystems wirken, sei es in anregender oder beruhigender Weise. Gleichzeitig wirken solche Heilpflanzen vielfach krampflösend auf willkürliche und unwillkürliche Muskulatur und eignen sich dadurch zur positiven Beeinflussung von zitternden Händen. Solche Pflanzen, die ein überempfindliches oder angegriffenes Nervensystem regulieren und krampfende Muskeln entspannen können sind beispielsweise Haferstroh, Frauenschuh, Baldrian, Mistel, Passionsblume und Melisse.

In der Homöopathie, wo prinzipiell „Ähnliches mit Ähnlichem“ geheilt wird, werden bei Nervenstörungen Giftpflanzen eingesetzt, die unverdünnt die Nerven schädigen und zitternde Hände hervorrufen würden. Agaricus, hergestellt aus dem Gift des Fliegenpilzes, wirkt sich erfahrungsgemäß positiv auf neurologische Störungrn mit Zuckungen, Spasmen und Zittern beinahe sämtlicher Muskelgruppen aus. Es wird sowohl bei Multipler Sklerose als auch bei psychischer und motorischer Unruhe angewendet und kann auch zitternde Hände beruhigen, wenn es passend eingesetzt wird. Daneben stehen beispielsweise Wermut (Absinthium) und Gelber Giftjasmin (Gelsemium) zur Auswahl, die ebenfalls auf das zentrale Nervensystem einwirken und damit das Zittern an den Händen vermindern können.

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Ein Zittern der Hände ist meist harmloser Natur

Nach einer Phase der körperlichen oder geistigen Überanstrengung nehmen wir häufig ein pulsierendes Gefühl der Hände wahr, weil die Muskulatur stark beansprucht ist. Aber auch Stress und Müdigkeit sowie Koffein, Nährstoffmangel oder bestimmte Medikamente können die Muskelzuckungen auslösen.

Untersuchen lassen sollten Sie sich, wenn das Zittern, auch Tremor genannt, anscheinend ohne äußere Reize auftritt und über einen Zeitraum von circa zwei Wochen andauert. Dann kann zum Beispiel eine Überfunktion der Schilddrüse dahinterstecken.

So können Sie dem Zittern entgegenwirken

Ballen sie ihre Hände zu Fäusten. Öffnen sie sie wieder und spreizen sie dann die Finger weit auseinander. Wenn sie das erste mal diese Übung machen, wiederholen sie sie circa zehnmal, danach steigern sie täglich die Wiederholungen bis maximal 20-mal.

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