9.1.09

 

Taizétreffen in Brüssel

Wieder auftanken, neue Impulse bekommen, neuen Mut, Gottes Liebe erfahren, Gemeinschaft.


Der Brief enthält so wesentliche Gedanken, die einem weiterbringen:

Auf dem Weg, über sich hinauszuwachsen


Gott ist in uns, aber er ist uns auch voraus. Er nimmt uns so, wie wir sind, er holt uns aber auch aus uns heraus. Manchmal kommt er und stört unser Leben, durchkreuzt unsere Pläne und Vorhaben. Das Leben Jesu ermutigt uns, uns auf diese Perspektive einzulassen. Jesus ließ sich durch den Heiligen Geist leiten. Unaufhörlich bezog er sich auf die unsichtbare Gegenwart Gottes, seines Vaters. Dies ist die Grundlage seiner Freiheit, die ihn dazu bewegte, aus Liebe sein Leben hinzugeben.

Wie können wir die Quelle in uns freilegen?
Nicht dadurch, dass wir uns der Gegenwart Gottes zuwenden? Dort können wir Hoffnung und Freude schöpfen. Dann beginnt die Quelle in uns von neuem zu fließen, und unser Leben erhält Sinn. Wir werden fähig, in die Gegebenheiten unseres Lebens einzuwilligen: es als Gabe empfangen und es unsererseits hingeben für die Menschen, die uns anvertraut sind.

Selbst mit einem ganz geringen Glauben geschieht eine Wende: Wir leben nicht mehr selbstbezogen. Wenn wir Gott die Tür unseres Herzens öffnen, bereiten wir auch seinem Kommen für viele andere den Weg.

Das Wenige, das wir tun können, müssen wir auch tun


Allzu viele Jugendliche fühlen sich auf ihrem inneren Weg alleingelassen. Schon zu zweit oder zu dritt ist es möglich, einander beizustehen, miteinander auszutauschen und gemeinsam zu beten, selbst mit Leuten, die meinen, dem Zweifel näher zu stehen als dem Glauben.

Ein solcher Austausch gewinnt viel, wenn er innerhalb der Ortsgemeinde geschieht. Sie ist die Gemeinschaft der Gemeinschaften, in der alle Generationen zusammenkommen und man sich nicht aussucht. Die Kirche ist die Familie Gottes, die Gemeinschaft, die uns aus der Vereinzelung holt. In ihr sind wir willkommen, in ihr wird das Ja Gottes zu unserem Leben immer wieder erneuert, in ihr finden wir den unerlässlichen Trost Gottes.

Könnten die Kirchengemeinden und Jugendgruppen zuallererst Orte der Güte des Herzens und des Vertrauens sein, gastliche Orte, wo wir uns auch der Schwächsten annehmen!


Ach möge uns das immer mehr erfassen, das wir von uns selbst loslassen und uns immer mehr von der Liebe Gottes erfüllen lassen!


Kardinal Danneels an die Teilnehmer des Treffens

Gott schenkt uns ein Licht in der Dunkelheit, die uns umgibt. Er hat jede und jeden von uns erschaffen und uns dabei das Licht unseres Verstandes geschenkt, jene innere Antenne, die nicht anders kann, als nach der Wahrheit zu suchen. Ein göttlicher Kompass, der nicht in die Irre führt. Denn wir alle suchen die Wahrheit, ob wir glauben oder nicht.

In diesen schwierigen Zeiten bedürfen wir vor allem der Hoffnung. Die Hoffnung ist nicht Frucht eines natürlichen Optimismus. Nein es gibt zu viel Verzweiflung auf dieser Welt, als dass wir uns einfach mit einem schlichten Glücksgefühl oder einer frohen Laune zufrieden geben könnten. Wir bedürfen der göttlichen Hoffnung, die auf den Verheißungen beruht, für die Gott selbst einsteht. Die Hoffnung ist der Herzmuskel unserer Seele. Und sie kennt keinen Infarkt. Herr, gibt uns diese Hoffnung, schenke uns Jesus.

Gott gibt uns ein Herz, damit wir lieben können. Denn es genügt nicht, im Glauben klar zu sehen, und auch nicht, aus der Hoffnung zu leben. Wir brauchen die Wärme der Liebe in einer kalten Welt. Aber das ist Liebe, wirkliche Liebe? Zu aller erst, dass wir uns annehmen, wie wir sind, dass wir Gott dafür danken, dass er uns so erschaffen hat, wie wir sind. Denn als Geschöpfe Gottes sind wir gut. Lieben heißt auch die anderen so annehmen, wie sie sind, nicht so, wie wir sie haben möchten oder von ihnen träumen. Die Liebe lässt den anderen so, wie er ist. Die Liebe geht der Wirklichkeit nicht aus dem Weg.

Die Liebe ist stets zuerst da, sie wartet nicht darauf, dass der andere uns liebt, um dann auch anzufangen, den anderen zu lieben. Die Liebe ist stets zuerst da. Sie erträgt es nicht, dass etwas anderes vor ihr kommt. Sie ist nicht besitzergreifend, sie belegt den anderen nicht mit Beschlag, sie ist Selbsthingabe, sie ist zu aller erst Gabe. Sie macht glücklich. Wie Jesus gesagt hat: „Es liegt mehr Glück darin zu geben, als zu empfangen.“


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