18.10.18

 

Demokratisierung und postkapitalistische Perspektiven

Seit einigen Jahren lässt sich in unterschiedlichen Regionen der Welt eine autoritäre Wende feststellen. Der Ruf nach starken Männern ist nicht mehr bloß ein Phänomen autokratischer Staaten sondern längst Teil westlich liberaler Politik. Die Reste der nie vollständig eingelösten bürgerlichen Demokratie stehen in Konflikt zum neoliberalen Kapitalismus.

Der Ausschluss immer größerer Bevölkerungsgruppen von Wohlstand und sozialer Teilhabe führt dort, wo fortschrittliche Alternativen fehlen, zu einem Erstarken der extremen Rechten; das Bewusstsein für demokratische Errungenschaften bröckelt. Mit welchen Strategien können Politverdrossenheit und Ohnmachtsgefühle überwunden werden? Wie können sich möglichst viele Menschen an der Demokratisierung einer Gesellschaft beteiligen?

Viele renommierte DenkerInnen gehen heute davon aus, es ohne die Überwindung des Kapitalismus nicht gelingen kann, allen Menschen ein gutes Leben zu ermöglichen. Das gegenwärtige Wirtschaftssystem hat in seiner globalisierten Dimension Ungleichheit und Elend geschaffen, Kriege mehren sich, immer mehr Menschen werden in die Flucht getrieben und ganze Ökosysteme werden zerstört. Führende WissenschaftlerInnen sind sich einig, dass bereits das größte Massenaussterben seit 65 Millionen in Gang gesetzt wurde. Wie könnte eine Trendwende noch gelingen? Wie könnten wir Gesellschaften gestalten, die Lebensgrundlagen erhalten und Wohlstand gerecht verteilen kann?

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Mehr Privatsphäre in unserer Onlinekommunikation

Google, Facebook & Co sind der Inbegriff von IT-Monopolen, die noch dazu mehr über uns wissen, als uns lieb ist. Deshalb wehren sich immer mehr Menschen gegen diese Zentralisierung von Macht und Kontrolle. Weltweit entwickeln engagierte InformatikerInnen und andere kreative Geister nicht nur datensichere Technologien, die uns mehr Privatsphäre in unserer Onlinekommunikation versprechen. Sie arbeiten auch daran, vorhandene Machtstrukturen aufzubrechen, indem sie etwa eine dezentrale Architektur des Internets entwickeln, die die Bedürfnisse der NutzerInnen in den Mittelpunkt stellt. Wie das in der Praxis aussieht und welche Fragen das romantisch anmutende Bestreben nach einer neuen Freiheit des Internets aufwirft, hat Sylvia Andrews von Teilnehmerinnen und Teilnehmern des diesjährigen Elevate-Festivals in Graz erfahren.

Ö1

delta.chat
matrix.org
riot.im 


 

Wenn Kühe twittern

"Es geht mir gut" - das ist wohl die beste Nachricht, die Landwirte von ihrer Kuh bekommen können. Sensoren im Pansen, einem der vier Mägen der Kuh, machen solche Botschaften möglich. Sie messen physiologische Daten und schicken relevante Informationen über das Wohlbefinden der Tiere aufs Smartphone. 

Dieses Frühwarnsystem soll Landwirtinnen und Landwirten helfen, sofort zu erkennen, ob es ihren Tieren an etwas fehlt oder ob sie gerade fruchtbar sind. Das Unternehmen smaXtec, das diese Form der Kommunikation mit den Kühen ermöglicht, stammt aus Graz. Seine smarten Sensoren für Kühe sind mittlerweile in fast 30 Ländern im Einsatz. 


Ö1

Smaxtec 
 

 

Wie verführte Hitler Millionen Menschen?

Die (öffentliche) Rede als Propagandamedium

Propaganda im Alltag

Propaganda war während der NS-Zeit in einem bis dahin nie dagewesenem Maß Teil des Alltags. Man wusste um die Bedeutung politischer Agitation, sichtbares Zeichen dafür war das eigens eingerichtete "Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda" unter Joseph Goebbels. Thematisch beschränkte man sich im Kern auf wenige, stark emotionalisierte Themen. Im Zentrum stand eine mythologisierte "Volksgemeinschaft" gepaart mit einem "Führerkult" und dem gezielten Aufbau von Feindbildern: Der Antisemitismus spielte dabei eine Sonderrolle, aber auch der politische Gegner wurde Ziel propagandistischer Verleumdung.
Erstmals in der Geschichte wurden die zensurierten und gleichgeschalteten Massenmedien derart massiv für Zwecke politischer Propaganda genutzt, der "Volksempfänger", ein leistbares Radiogerät für breite Bevölkerungsschichten, spielte dabei eine große Rolle.
Propaganda umfasste alle Altersgruppen: Besonders umworben wurde die Jugend, die – in Vereinigungen wie Hitlerjugend (HJ) oder Bund deutscher Mädchen (BDM) zusammengeschlossen – nationalsozialistischen Erziehungsidealen unterworfen wurde.



 

Über 400 Wissenschaftsfilme online

Das Österreichische Bundesinstitut für den wissenschaftlichen Film (ÖWF) hat hunderte Wissenschaftsfilme produziert. Diese Sammlung wurde nun online gestellt.
Dafür verantwortlich zeichnet die Mediathek, die nach der Schließung des ÖWF 1999 den Kernbestand des Archivs übernahm.

Die bis zu den Anfängen des 20. Jahrhunderts zurückreichende Geschichte des wissenschaftlichen Films fand mit der Gründung der Abteilung Wissenschaftlicher Film an der Bundesstaatlichen Hauptstelle für Lichtbild und Bildungsfilm 1962, dem späteren ÖWF, eine institutionelle Entsprechung. Aufgabe des Instituts war die Produktion, Sammlung, Dokumentation und der Verleih wissenschaftlicher Filme aus dem In- und Ausland.

Nach der Schließung des ÖWF übernahm die Mediathek 1999 den Kernbestand des Archivs, vor allem jene Filme, die vom ÖWF alleine oder gemeinsam mit Universitätsinstituten oder Forschern produziert wurden. Die Filme decken ein breites zeitliches (von 1904 bis 1997) und thematisches Spektrum ab. Die Schwerpunkte liegen bei Ethnologie, Medizin und Biologie, es finden sich aber auch Filme aus den Bereichen Chemie, Physik, Technik, Kulturgeschichte, Archäologie, Zeitgeschichte, Architektur, Religion sowie Psychologie.

Online-Katalog der Mediathek

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17.10.18

 

Der Kapitalismus ist eine wackelige Angelegenheit


Ihre Analysen in der Berliner "tageszeitung" gehören zum Erhellendsten, was die deutsche Wirtschaftspublizistik zu bieten hat, ihre Bücher sind allesamt Bestseller, und: Sie gilt als mitreißende Rednerin. Ulrike Herrmann hat viele Talente. Zu einem ihrer herausragendsten gehört es, komplexe ökonomische Sachverhalte auch für Laien verständlich darzustellen, ohne sie unzulässig zu vereinfachen.

In ihrem Buch "Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung" schreitet die gebürtige Hamburgerin zu einer Generalabrechnung mit der neoklassischen Wirtschaftswissenschaft, die seit Jahrzehnten die wirtschaftspolitische Agenda in der westlichen Welt bestimmt. Die neoliberale Ökonomie ginge von einer falschen Grundannahme aus, so Herrmann: dass Märkte naturgesetzmäßig nach einem Gleichgewicht strebten. Daraus hätten marktradikale Ökonomen in den 1970er und 80er Jahren die Forderung abgeleitet, dass die Finanzmärkte dereguliert werden müssten - was in den vergangenen zwei Jahrzehnten gleich zu drei großen Wirtschaftskrisen geführt habe. Die Mainstream-Ökonomen hätte die Crashs wegen ihrer bereits im Ansatz falschen Theorien nicht vorhersehen können, kritisiert Herrmann.

"Der Kapitalismus von heute ist eine wackelige Angelegenheit", resümiert die Wirtschaftspublizistin. Im Gespräch mit Günter Kaindlstorfer philosophiert Ulrike Herrmann ferner über kommende Wirtschaftskrisen und die ungewisse Zukunft der Europäischen Union. Außerdem geht sie der Frage nach, wie eine Transformation des kapitalistischen Wirtschaftssystems zu solidarischeren Formen der Ökonomie möglich wäre.



Ulrike Herrmann, "Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung - Die Krise der heutigen Ökonomie oder Was wir von Smith, Marx und Keynes lernen können", Westend-Verlag 2016
Ulrike Herrmann, "Der Sieg des Kapitals - Wie der Reichtum in die Welt kam", Piper-Verlag 2015
Ulrike Herrmann, "Hurra, wir dürfen zahlen - Der Selbstbetrug der Mittelschicht", Piper-Verlag 2012


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