27.1.09

 

Gesunde Verhältnisse

Es ist eine gute Hilfe, die Gefühle, die man in der Begegnung mit anderen in sich wahrnimmt, dem andern zurückzugeben. Ich stelle mir z.B. vor, wie die Unzufriedenheit, die ich spüre, in meinem Gegenüber ist. Dann wächst in mir ein anderes Gefühl. Ich empfinde Mitleid über den anderen, der sich selber nicht akzeptieren kann, der in sich zerrissen und unzufrieden ist.
Diese Übung hilft mir geduldiger und milder mit dem andern umzugehen, ohne mich selber zu überfordern.

Ich kann nicht verhindern, daß negative Gefühle in mir auftauchen.

Oft übernehme ich die Gefühle, die im andern sind. Insofern kann ich an meinen eigenen Gefühlen entdecken, wie es dem andern wirklich geht. Indem ich die Gefühle dem andern wieder zurückgebe, komme ich in mir mit meinen eigenen Gefühlen in Berührung. Statt der Aggression begegne ich dann meiner inneren Klarheit, statt der Unzufriedenheit dem Mitleid, statt der Depressivität meiner eigenen Kraft. In der Begegnung überspringen die Emotionen des anderen meine eigene Grenze. Indem ich dies wahrnehme, kann ich mich wieder abgrenzen. Ich lasse die Emotionen beim anderen und schaue sie von einer gesunden Distanz her an, ohne sie zu bewerten oder zu beurteilen.

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