15.10.26

 

Verstehen Sie, was Sie lesen?

 

Die Lesekompetenz hat sich in Österreich weiter verschlechtert. Bei den am vergangenen Dienstag veröffentlichten Ergebnissen der PISA-Studie (Programme for International Student Assessment) zeigt sich eine drastisch negative Entwicklung vor allem bei Lesekompetenzen. Doch das betrifft keineswegs nur Schülerinnen und Schüler.

Laut den Daten der internationalen PIAAC-Studie der OECD und Statistik Austria gilt fast ein Drittel der Menschen in Österreich zwischen 16 und 65 Jahren als leseschwach. Das entspricht etwa 1,7 Millionen Menschen in Österreich, eine Zahl, die sich seit der letzten Erhebung 2011 fast verdoppelt hat.

Vor allem das sinnerfassende Lesen scheint als Kompetenz immer stärker ins Hintertreffen zu geraten. 28% der Schulabgänger:innen haben schon mit einfachen Texten erhebliche Schwierigkeiten und sind damit nahe daran funktionale Analphabet:innen zu sein, die kaum oder gar nicht durch die Welt der geschriebenen Sprache navigieren können.

Auch soziale Medien spielen dabei eine wichtige Rolle. Immer mehr Nachrichten und Unterhaltung werden in Form von kurzen, graphisch stark aufbereiteten und inhaltlich unterkomplexen Beiträgen vermittelt und ein wachsender Anteil von Jugendlichen aber auch Erwachsenen informiert sich hauptsächlich aus solchen und ähnlichen Quellen.

 

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13.9.26

 

Bauen ohne Heizung und Klima

 Konstante Temperatur ohne Haustechnik: Wie moderner Gebäudebau komplett ohne konventionelle Heizungs- und Kühlungssysteme funktionieren kann, beweist das Prinzip 22·26. 

Architekt und Pionier Dietmar Eberle

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3.9.26

 

Visionen für eine neue Kirche

 Der Bedeutungsverlust traditioneller Kirchenstrukturen
und sinkende Mitgliederzahlen erfordern
einen radikalen Perspektivenwechsel. Anstatt zu
warten, dass Menschen in die Kirche kommen,
muss Kirche dorthin gehen, wo sich das Leben
der Menschen abspielt (z.B. im städtischen oder
digitalen Raum). Es gilt, administrative Hürden
abzubauen und den Glauben wieder als lebendige
Kraft erlebbar zu machen.
Veränderung widerspricht nicht dem Wesen der
Kirche, sondern entspricht ihm. In Römerbrief heißt
es: „Orientiert euch nicht am Verhalten und an den
Gewohnheiten dieser Welt, sondern lasst euch von
Gott durch Veränderung eurer Denkweise in neue
Menschen verwandeln.“ Eine zukunftsfähige Kirche
besinnt sich auf ihre Wurzeln, verändert aber radikal
ihre Form.

Evangelische Kirche Wien West-Südwest 3/2026

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14.8.26

 

Bevölkerungsschwund und Familienzerfall - im Hellenismus und heute

 

Robert Rauhut spricht in dieser 13-teiligen Serie mit dem Historiker Professor David Engels über das Christsein in einer zivilisatorischen Endzeit. Vieles in Europa erinnert an Krisensymptome der ausgehenden Römischen Republik. Entscheidend für die Zukunft ist die Rückbesinnung auf Transzendenz.

5. Folge Bevölkerungsschwund und Familienzerfall - im Hellenismus und heute

Der Vergleich zwischen dem antiken Hellenismus bzw. der späten Römischen Republik und der Gegenwart – oft thematisiert in geschichtsphilosophischen Werken wie denen des Historikers David Engels (etwa in Auf dem Weg ins Imperium?) – sieht Parallelen in sinkenden Geburtenraten, Individualisierung, Globalisierung und dem Wandel traditioneller Bindungen. Ähnlich wie damals in den mediterranen Großreichen führt der Verlust kollektiver Identitäten und stabiler Familienstrukturen zu gesellschaftlicher Instabilität und der Sehnsucht nach starker staatlicher Lenkung.

Parallelen zwischen Antike und Moderne

Unterschiede und Kritik am Vergleich


Auf dem Weg ins Imperium - David Engels

https://ewtn.de/mediathek/production/auf-dem-weg-ins-imperium-david-engels


 

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5.8.26

 

Sprachwandel durch KI

 Sprache verändert sich ständig – durch unser Umfeld, durch Medien, durch Trends. Aktuell passiert das aber viel schneller als sonst: KI berät, formuliert um und glättet. Und verändert so, wie wir reden. Aber nicht nur das: Immer mehr Studien zeigen, dass sie auch verändert, wie wir denken und argumentieren.

Link 


 

Arm trotz Arbeit

 

Arbeit gilt als Grundlage für finanzielle Unabhängigkeit, soziale Sicherheit und gesellschaftliche Teilhabe. 
Für immer mehr Menschen geht dieses Versprechen nicht mehr auf. 
Rund 361.000 Menschen in Österreich arbeiten oft Vollzeit oder in mehreren Beschäftigungsverhältnissen und leben trotz Arbeit an der Schwelle zur Armut.

Erwerbsarmut entsteht dort, wo sich Veränderungen am Arbeitsmarkt, steigende Lebenshaltungskosten, Familien- und Wohnsituation sowie Lücken im Sozialstaat gegenseitig verstärken.

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30.7.26

 

Was wir verlernen, wenn wir das Denken an die KI auslagern

 Wenn wir das Denken an Künstliche Intelligenz auslagern, verlieren wir vor allem kritisches Denken, Problemlösungskompetenz und die Tiefenverarbeitung von Informationen. Dieser Prozess, das sogenannte Cognitive Offloading (kognitive Entlastung), führt dazu, dass geistige Muskeln verkümmern, wenn sie nicht mehr aktiv trainiert werden.

Gefährdete kognitive Fähigkeiten

22.7.26

 

Die Erforschung des Mikrobioms

 Das Mikrobiom spielt überall eine Rolle, ist assoziiert mit jedem Körper, jedem Ökosystem.

Studien gehen davon aus, dass ein typischer menschlicher Körper um ein Vielfaches mehr nicht-menschliche Zellen als menschliche Zellen enthält und dass diese Organismen in komplexen Wechselwirkungen miteinander stehen und von der Verdauung bis hin zu Intelligenz, Gestimmtheit, Krankheitsrisiken und Immunreaktionen eine immense Bandbreite von Faktoren beeinflussen.

Gemeinschaften winziger Organismen haben einen wesentlichen und noch viel zu wenig verstandenen Anteil an natürlichen Prozessen und werden ihrerseits von menschlichen Interventionen wie beispielsweise Nitrat-reiche Kunstdünger beeinflusst und verändert.  

Prof. Dr. Michael Wagner, Direktor des Exzellenzclusters Micro Planet und Vice Director of the Centre for Microbiology and Environmental Systems Science.

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Micro Planet

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28.6.26

 

Hitzeresistente Häuser durch Naturmaterialien

 Architekt Francis Kéré zeigt in Dakar, wie nachhaltige Architektur mit lokalen Materialien und natürlicher Belüftung für Kühlung sorgt. 

  

Das rötlich-sandfarbene Haus erinnert an einen Termitenhügel. Und genau das ist das Konzept: Auf dem Haus stehen mehrere Türme, durch die ein natürlicher Luftzug geht. Heiße Luft entweicht nach oben. Kühle Luft strömt von unten nach - durch Schlitze unterhalb der Fenster. Dadurch kühlt sich auch dieses Haus selbst. 

Quelle 

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21.5.26

 

Altwerden

Das Altwerden ist eine Frage des Tempos. Wenn Gespräche länger dauern, Wege bedächtiger werden oder digitale Abläufe Geduld verlangen, zeigt sich, wie rücksichtsvoll eine Gesellschaft ist. Auch im familiären Alltag finden sich die Spannungen des Älterwerdens. Nähe wird geplant, koordiniert, eingeschoben. Sie findet statt – aber sie konkurriert mit Zeitdruck, räumlicher Distanz und unterschiedlichen Lebensrhythmen. „Leihomas“ und „Leihopas“ füllen Betreuungslücken, begleiten Kinder zum Spielplatz, lesen vor, hören zu. Sie schaffen Verbindungen zwischen Menschen, die nicht verwandt sind – und ermöglichen damit eine Form von Verlässlichkeit, die in mobilen, beruflich stark eingebundenen Lebenswelten nicht selbstverständlich ist. Gleichzeitig bleibt der Kontakt zu den eigenen Eltern oder Großeltern nicht selten fragmentarisch: ein kurzer Besuch am Wochenende, ein Telefonat zwischen zwei Terminen, eine Videobotschaft anstelle eines Gesprächs am Wohnzimmertisch. Alter bedeutet Entschleunigung. Das kann als Zumutung erscheinen – oder als Gegenentwurf zu einer sich rasant bewegenden Gesellschaft. Zwischen organisiertem Besuch und gelebter Beziehung entscheidet sich, ob das Alter als Randthema verstanden wird, das pragmatisch gelöst werden muss – oder als Teil eines gemeinsamen Lebens, das Zeit braucht und Aufmerksamkeit verdient. Wertschätzung entsteht dort, wo Generationen einander nicht nur versorgen, sondern wahrnehmen.

Ö1

 

 

 

 

 


27.1.26

 

Pflege macht einsam

 Einsamkeit ist nicht dasselbe wie Alleinsein. Viele pflegende Angehörige sind im Gegenteil selten allein. Sie verbringen einen Großteil des Tages mit der pflegebedürftigen Person, sind ständig im Tun, im Sorgen, im Dasein. Und trotzdem können sie sich sehr einsam fühlen. Denn Einsamkeit beschreibt die belastende Erfahrung, dass soziale Beziehungen nicht so verfügbar, nicht so tragfähig oder so verständnisvoll sind, wie man sie in dieser Lebenssituation oft bräuchte.

Die Forschung bestätigt diese Erfahrungen deutlich. Studien zeigen, dass ein erheblicher Teil pflegender Angehöriger unter Einsamkeit leidet - je nach Pflegesituation bis etwa die Hälfte. Besonders betroffen sind Menschen, die sehr intensiv pflegen und wenig Unterstützung haben. Einsamkeit steht dabei in engem Zusammenhang mit psychischer Belastung, Schlafproblemen und einer schlechteren eigenen Gesundheit. Sie ist also nicht bloß ein Gefühl, sondern ein ernstzunehmender Risikofaktor.

Bestimmte Gruppen erleben Einsamkeit besonders stark. Angehörige von Menschen mit Demenz spüren oft, dass vertraute Gespräche und Gegenseitigkeit verloren gehen. Die Beziehung verändert sich grundlegend - und mit ihr das Gefühl von Nähe. Auch Eltern von pflegebedürftigen oder chronisch kranken Kindern berichten von Einsamkeit. Ihr Alltag unterscheidet sich stark von dem anderer Familien, die Kontakte werden weniger, das Verständnis fehlt. Und gerade jetzt, rund um Weihnachten, können Bilder unbeschwerter Familien besonders schmerzhaft sein - für die, die eben das vermissen.

Und dann gibt es jene, die wir besonders leicht übersehen: pflegende Kinder und Jugendliche, sogenannte Young Carers. In Österreich sind es mindestens 3,5 Prozent aller Kinder und Jugendlichen. Sie helfen beim Aufstehen, versorgen Geschwister, übernehmen Pflegehandlungen oder tragen viel emotionale Verantwortung. Für sie ist das selten eine bewusste Entscheidung, sondern Teil ihres Alltags. Gerade diese Selbstverständlichkeit führt oft zur Isolation.

 

Quelle: Ö1

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