Birgt
die Vergangenheit den Schlüssel zu einigen unserer drängendsten
Probleme? Ja, sagt eine Gruppe wagemutiger Seeleute und Ingenieure. Sie
wollen die Verseuchung der Meere und den Treibhauseffekt reduzieren –
und deshalb die Frachtschifffahrt wieder unter Segel bringen. Eine
verkehrstechnische Revolution!
Andreas
Lackner transportiert mit seinem Frachtsegelschiff „Tres Hombres“
derzeit als einziger Reeder regelmäßig Waren über den Atlantik. Ohne
Motor, allein mit der Kraft des Windes. Mit seiner zehn Mann starken
Reederei setzt der Kapitän ein Zeichen für eine klimafreundliche
Schifffahrt. Mehr als 90 Prozent des weltweiten Frachtaufkommens werden
über die Meere transportiert, zumeist auf schwerölbetriebenen
Containerschiffen. Dieser globale Warentransport per Schiff wird in den
nächsten Jahren noch größere Ausmaße annehmen. Damit wächst auch die
Gefahr für Mensch, Umwelt und Klima. Zum einen belasten die
Schadstoffwolken der Ozeanriesen die menschliche Gesundheit und das
Ökosystem, zum anderen entstehen große Mengen an CO2, die das Klima
schädigen. Andreas Lackners Vision von der windgetriebenen Fortbewegung
auf hoher See ist so alt wie die Menschheit. Nun greifen moderne
Frachtsegelschiffe diese Entwicklung wieder auf. In mehreren Ländern
arbeiten Experten an Hybridschiffen. Das sind Schiffe, die sowohl mit
Segeln als auch mit Motorkraft fahren können. In Holland wird der
Ecoliner entwickelt und in Großbritannien das B9-Ship – diese
Hightech-Frachtsegler nutzen die Kraft des Windes besser als jedes
Großsegelschiff der Vergangenheit. Die Rückkehr der Windkraft auf hoher
See könnte den Ausweg aus der Umwelt- und Klimakrise bringen. Experten
schätzen, dass bis 2050 moderne Frachtsegler einen großen Teil der
weltweit fahrenden Schiffe darstellen werden. In Zeiten knapper
werdender Ölreserven und steigender Energiepreise ist die Nutzung der
Windenergie wieder attraktiv.
# posted by claus_kirche @ 23:02