24.2.10

 

Erschütternde Augenzeugenberichte aus Haiti



In der Nacht kommt es mir vor, als gäbe es keinen Unterschied mehr zwischen Tod und Leben.

Seit mein Land am Dienstag, den 12. Januar, im Chaos versunken ist, sehe ich mehrere Jahrzehnte in fünf Sekunden des Bebens untergehen. Die Hoffnung ist verschwunden: kein Geld mehr, kein Job, Zehntausende ohne Unterkunft, kein Wasser, kein Essen, kein Strom.

Zuvor kümmerte sich der Staat nicht um die Menschen; nun kann man sagen, er hat die Flucht ergriffen.


Unter den Trümmern verfaulen die Leichen nach neun Tagen. Es herrscht ein fürchterlicher Gestank in fast allen Stadtteilen; wir schlafen im Freien neben dem Müll, dem Geruch von Urin und Fäkalien. Seuchen unbekannter Art werden sich ausbreiten. Aber Gott ist groß und er ist die Liebe, er hat für uns bereits einen Plan der Liebe. Die Gesänge aus Taizé, „Jésus le Christ“ und „Fiez-vous en lui“ verleihen mir eine Kraft und ein Vertrauen, die ich mir nie hätte vorstellen können. Ich bitte Euch sie oft in den Gebeten zu wiederholen in Erinnerung an Haiti.


Richard aus Haiti



Auf Bitten eines jungen Haitianers hin lädt die Communauté de Taizé zum Gebet für die Menschen in Haiti ein, sei es alleine oder mit einer Gruppe, am 12. jeden Monats während der nächsten 12 Monate nach dem Erdbeben am 12. Januar 2010.


Wir bitten:

1. Christus, du hast unsere Gebrechen auf dich genommen, unsere Krankheiten getragen, stärke alle Menschen, die Schweres durchzustehen haben.

2. Christus, lass uns deine Gegenwart in unseren Nächsten erkennen; lass uns aufmerksam gegenüber den Armen und Unglücklichen werden.

3. Heiliger Geist, hilf denen, die schwere Zeiten und Mutlosigkeit durchleben, du bist die Quelle der Zuversicht und des Lebens.

4. Heiliger Geist, hilf den Menschen in Haiti, die großes Leid erfahren haben; unterstütze die Familien, die einen der ihren verloren haben.

5. Gott der Liebe, schenke denjenigen Kraft, die alles verloren haben und Mut denjenigen, die ihnen zu helfen versuchen.

6. Gott der Liebe, erwecke in den Herzen der Menschen den Wunsch, diejenigen zu lieben, die leiden und auf eine bessere Welt hoffen.

Wir beten:

Gott unsere Hoffnung, wir vertrauen dir die Opfer des Erdbebens in Haiti an. Bestürzt durch das unbegreifliche Leid Unschuldiger, bitten wir dich, die Herzen derer mit deinem Geist szu erfüllen, die versuchen die so unentbehrliche Hilfe bereitzustellen. Wir wissen, wie tief der Glaube der Haitianer ist. Stärke die Entmutigten; tröste die Weinenden; sende deinen Geist der Barmherzigkeit auf diese Menschen, die so schmerzhaft betroffen sind.


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2.2.10

 

Erdbeben in Haiti



Nach den verheerenden Erdbeben in Haiti
erreichen die Weltöffentlichkeit immer noch
dramatische Bilder und Berichte aus dem Katastrophengebiet,
das manche Helfer sogar als „Kriegsgebiet“ bezeichnen.

Den vielen kleinen, wunderbaren Rettungen Verschütteter
stehen täglich steigende Opferzahlen
und die ebenso dramatischen Folgen der Nachbeben gegenüber.

Richard, ein junger Haitianer, schreibt in einem Mail an Missio:
„Seit mein Land am Dienstag, den 12. Januar, im Chaos versunken ist,
sehe ich mehrere Jahrzehnte in fünf Sekunden des Bebens untergehen.
Die Hoffnung ist verschwunden: kein Geld mehr, kein Job,
Zehntausende ohne Unterkunft, kein Wasser, kein Essen, kein Strom.
Unter den Trümmern verfaulen die Leichen.

Es herrscht ein fürchterlicher Gestank in fast allen Stadtteilen;
wir schlafen im Freien neben dem Müll, dem Geruch von Urin und Fäkalien.
Ich wusste nicht, dass die Nachbeben so stark sein können;
die ganze Nacht schlafe ich mit Herzklopfen
und wenn ich einschlafe und die Erde wieder bebt,
bleibt mir der Atem stehen.

Aber Gott ist groß und er ist die Liebe,
er hat für uns trotz allem einen Plan der Liebe!“

Trotz der verzweifelten Lage ist Richard,
der einmal als Freiwilliger in Taizé,
einem ökumenisch ausgerichteten Meditationsort
für Jugendliche in Frankreich, war, voller Hoffnung:
„Die Gesänge aus Taizé, „Jésus le Christ“ und „Fiez-vous en lui“,
verleihen mir eine Kraft und ein Vertrauen,
die ich mir nie hätte vorstellen können.

Ich bitte Euch, sie oft in den Gebeten zu wiederholen in Erinnerung an Haiti. Bittet alle Menschen auf der Welt, 12 Monate am 12. jedes Monats
für die Menschen in Haiti zu beten.
Zögert nicht, es ist sehr wichtig!"


Monsignore Dr. Leo-M. Maasburg,
Nationaldirektor von Missio und langjähriger Begleiter Mutter Teresas:
„Diesen bewegenden Appell greifen wir aus ganzem Herzen auf
und bitten alle, sich diesem Gebet anzuschließen!

In den schwärzesten Stunden bringt das Gebet als ‚spirituelle Soforthilfe’
Licht und Hoffnung, Trost und Solidarität.

Von Herzen danke ich allen, die in den vergangenen Tagen
die auch so notwendige materielle Hilfe
durch großzügige Spenden unterstützt haben!“

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