3.3.16
Die GPS-Alternativen Galileo, GLONASS und Beidou
Bisher war satellitengestützte Navigation geradezu synonym mit dem
amerikanischen System GPS. Doch die EU, Russland und China sind dabei,
eigene Satellitensysteme zu etablieren.
Umlaufbahnen der Galileo-Satelliten
Das europäische Satellitensystem Galileo war nie
unumstritten. Während die Befürworter Galileo als ein für die europäische
Wirtschaft und Forschung notwendiges Projekt verteidigten, das das amerikanische
GPS ergänzen und verbessern könne, kritisierten die Gegner, Galileo sei ein
reines "Prestigeprojekt" der europäischen Politik, das Milliardensummen
verschlinge und zudem überflüssig sei, da mit GPS ja ein funktionierendes und
kostenloses System verfügbar sei.
Kann man auswählen, welches System verwendet werden soll?
Auswählen kann ich das System nicht, sie werden parallel verwendet. Das bedeutet, dass neben den maximal sichtbaren 12 GPS-Satelliten weitere GLONASS-Satelliten für die Standortbestimmung hinzugezogen werden. Dies ist in den entsprechenden Apps (z.B. "GPS Status") an der Anzahl der gerade empfangenen Satelliten sichtbar.
Ja, man kann unterscheiden, welche Satelliten von welchem System empfangen werden. Die sogenannten PRN-Nummern geben darüber Aufschluss und werden ebenfalls in den Apps angezeigt. Dabei gehören die Nummern 1-32 zum GPS-System und die Nummern 65-96 zum GLONASS-System.
Die modernen Chipsätze unterstützen zumindest GPS und Glonass parallel, d.h. die Daten von beiden Systemem werden zusammengefasst und liefern so auch eine deutlich bessere Performance als GPS oder Glonass alleine.
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Satellitengestützte Navigation, das ist bisher weithin synonym mit dem Namen GPS, dem US-amerikanischen satellitengestützten
System für Positionsbestimmung und Navigation. Doch verschiedene Konkurrenten - aus
der EU, Russland und China - wollen sich zu GPS in Stellung bringen. Nach
einigen Rückschlägen geht es nun in großen Schritten voran, allerdings nicht für
die EU. Wir zeigen Ihnen, welche alternativen Satellitensysteme es gibt.
Auch China baut eigenes Satellitensystem aus
China arbeitet am Aufbau eines eigenen Satellitensystems für
Navigation, Ortung und Zeitmessung namens Beidou. Es baut auf dem
bereits bestehenden System Compass auf und soll China vom
US-amerikanischen GPS unabhängig machen. Im Gegensatz zu GPS, GLONASS
und Galileo werden für Beidou auch geostationäre Satelliten eingesetzt.
Beidou ist zunächst für die zivile Nutzung nur im asiatisch-pazifischen
Raum freigeschaltet und soll ab 2020 weltweit verfügbar sein. Mitte 2015
hatten die Asiaten bereits 19 und damit mehr als die Hälfte der
insgesamt 35 geplanten Satelliten in den Orbit gebracht.
Galileo: EU-Projekt kommt nur langsam voran

Das Jahr 2007 markierte die schwerste Krise für Galileo. Nach langjährigen
Kompetenz-Rangeleien waren Verhandlungen zwischen
der EU und der Industrie gescheitert und das Aus des
ambitionierten Projektes stand kurz bevor. Die EU beschloss daraufhin, Galileo
mit Steuer-Milliarden zu retten und den Aufbau des
Systems unter öffentlicher Regie voranzutreiben.
Es steht außer Frage, dass die Kompetenz- und Finanzierungsstreitigkeiten das Vorankommen von Galileo
nicht eben beschleunigt haben. Das Projekt hinkt deutlich
hinter seinem ursprünglichen Zeitplan hinterher. Der Regelbetrieb ist jetzt nicht mehr
vor 2020 geplant.
Weltweite Abdeckung bereits mit GLONASS

Galileo-Satellit Giove-A
Russland hatte Ende 2006 bekannt gegeben, sein bisher für militärische
Zwecke reserviertes Satellitensystem GLONASS künftig auch für die zivile Nutzung
freizugeben. Dazu sollte in einem ersten Schritt die Zahl der Uragan-Satelliten
von 12 auf 18 aufgestockt werden, um zunächst eine vollständige
Abdeckung von Russland zu erreichen. In einem zweiten Schritt sollte die Zahl
der Satelliten auf mindestens 24 erhöht werden, womit eine weltweite
Abdeckung erreicht werden kann.
Doch auch Russland konnte seine eigenen Vorgaben zunächst nicht einhalten:
Ursprünglich war die weltweite Abdeckung schon für das Jahr 2009
angekündigt. Anfang des Jahres 2008 erklärte das russische
Verteidigungsministerium, dass beim Ausbau von GLONASS mit erheblichen
Verzögerungen gerechnet werden müsse und mit der weltweiten Abdeckung frühestens
in einigen Jahren zu rechnen sei.
Im Dezember 2011 gelang es Russland dann endlich, eine ausreichende Anzahl von
funktionsfähigen Satelliten in den Orbit zu bringen, so dass GLONASS nun
prinzipiell weltweit nutzbar ist. Das iPhone 4S und das Motorola
Droid RAZR gehörten zu den ersten Smartphones, die einen
GLONASS-fähigen Chip mitbrachten. Aktuelle Smartphones mit
GLONASS-Empfang finden Sie auch mit unserer Handy-Datenbank-Suche.
Kann man auswählen, welches System verwendet werden soll?
Auswählen kann ich das System nicht, sie werden parallel verwendet. Das bedeutet, dass neben den maximal sichtbaren 12 GPS-Satelliten weitere GLONASS-Satelliten für die Standortbestimmung hinzugezogen werden. Dies ist in den entsprechenden Apps (z.B. "GPS Status") an der Anzahl der gerade empfangenen Satelliten sichtbar.
Ja, man kann unterscheiden, welche Satelliten von welchem System empfangen werden. Die sogenannten PRN-Nummern geben darüber Aufschluss und werden ebenfalls in den Apps angezeigt. Dabei gehören die Nummern 1-32 zum GPS-System und die Nummern 65-96 zum GLONASS-System.
Die modernen Chipsätze unterstützen zumindest GPS und Glonass parallel, d.h. die Daten von beiden Systemem werden zusammengefasst und liefern so auch eine deutlich bessere Performance als GPS oder Glonass alleine.
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