15.9.16

 

Elektrotherapie bei Rückenschmerzen

Die Transkutane Elektrische Nervenstimulation (TENS) bekämpft Schmerzen mit Strom. Sie wird auch als Reizstromtherapie bezeichnet. Es werden hierbei elektrische Impulse über Hautelektroden auf Körperteile übertragen. Die Schmerzforscher Prof. Ronald Melzack und Prof. Patrick Wall haben diese Möglichkeit der Schmerzlinderung entdeckt. In den 1960er-Jahren entwarfen sie die sogenannte Kontrollschrankentheorie, die zeigt, dass ein Schmerzreiz auf dem Weg zum Gehirn im Rückenmark auf eine andere Nervenzelle umgeschaltet wird. Aus dieser Theorie entwickelten die beiden Wissenschaftler dann das TENS-Verfahren.

Wie funktioniert die Reizstromtherapie?

Der durch ein Stimulationsgerät erzeugte Reizstrom blockiert die Erregungsleitung der Nervenfasern, so dass der Schmerz nicht weitergeleitet werden kann, erklärt Prof. Dr. Hans-Raimund Casser, Ärztlicher Direktor des DRK Schmerz-Zentrums: „Im Prinzip ist es so ein Gegenschmerz, der gesetzt wird, eine Gegenerregung. Es werden die Nerven gereizt, durch das TENS-Gerät. Diese überlagern damit den eigentlichen Schmerz.“ TENS wird als Begleittherapie empfohlen, um Beschwerden sofort und für kurze Zeit zu lindern. Die TENS-Geräte werden mit einer Batterie betrieben und können direkt am Körper getragen werden.Zunächst sollte eine Einweisung des Therapeuten erfolgen. Gezeigt wird, wo genau die Elektroden aufgeklebt werden müssen, manch ein Therapeut markiert die Stellen auch mit einem wasserfesten Stift. Denn jeder Schmerz ist individuell und auch die Schmerzpunkte, an denen der Strom angewendet werden kann. Danach können die Patienten die Geräte auch zu Hause alleine verwenden. Mit Frequenzen zwischen 50 und 150 Hertz und mittlerer Stromstärke werden akute und örtliche Schmerzen für kurze Zeit gelindert. Für eine längere Wirkung werden niedrige Frequenzen und eine hohe Stromstärke verwendet.

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