28.4.18

 

Die Plastik-Katastrophe

Wie wir die Weltmeere mit Plastikmüll überschwemmen.

Gäste: Univ.-Prof. Dr. Gerhard Herndl, Professor für Aquatische Biologie, Universität Wien & OA Assoc.-Prof. Dr. Hans-Peter Hutter, Umweltmediziner, Abteilung für Umwelthygiene und Umweltmedizin am Zentrum für Public Health, Medizinische Universität Wien

Laut manchen Hochrechnungen soll bis zum Jahr 2050 genauso viel Masse an Plastik in den Ozeanen schwimmen wie Fische. Plastikabfall ist damit einer der massivsten Eingriffe des Menschen in die Umwelt. Große Kunststoffteile finden sich entlang der Küsten und bei den Flussmündungen; sie können dem gesamten Ökosystem gefährlich werden, von Vögeln bis zu Walen.

Dann werden die widerstandsfähigen Kunststoffe durch die Meeresströmungen langsam zerrieben und über den ganzen Globus verteilt. Dieses so genannte Mikroplastik findet sich mittlerweile überall: in pazifischen Naturreservaten, in der Tiefsee und zuletzt sogar in Eisbohrkernen aus der Arktis. Die kleinsten Partikel werden vom Zooplankton aufgenommen und gelangen so in die Nahrungskette. Welche Gefahr das für die Ökosysteme und letztlich auch für den Menschen darstellt, ist derzeit Gegenstand intensiver Forschung.

Der Meeresbiologe Gerhard Herndl untersucht derzeit unter anderem, wie die Mikroorganismen an der Basis der Nahrungskette von Mikroplastik beeinflusst werden. Er ist auch im wissenschaftlichen Beirat von "The Ocean Cleanup"; diese Organisation arbeitet an Strategien dafür, wie wir den Plastikmüll in den Ozeanen eventuell wieder loswerden - und in Zukunft vermeiden könnten.
Der Umweltmediziner Hans-Peter Hutter beschäftigt sich mit Umweltrisiken und ihren gesundheitlichen Auswirkungen. Dazu zählt in zunehmendem Maße, welche Bestandteile von verschiedenen Kunststoffen die Umwelt beeinträchtigen und welche Auswirkungen das auf den Menschen haben kann.

Mit Xaver Forthuber und den Hörerinnen und Hörern von Punkt eins sprechen die beiden unter anderem darüber, wie es zu der beispiellosen Plastikverschmutzung kommen konnte, wie die Auswirkungen den Planeten und seine Bewohner verändern und ob es Auswege gibt.

Ö1


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