5.6.17

 

Allah und Abendland

Architektur, Arithmetik und Aristoteles - eine Reportage aus Andalusien auf den Spuren des Islam in Europa.

Sie brachten die arabischen Zahlen und wichtige Kenntnisse auf den Gebieten der Astronomie und Medizin sowie der Technik und Landwirtschaft nach Europa. 800 Jahre lang - von 711 bis 1492- waren arabische Herrscher die bestimmende politische, religiöse, soziale und kulturelle Macht auf der iberischen Halbinsel. Sie kamen als Eroberer, doch brachten sie auch bleibende "friedliche" Güter:
Cordoba wurde damals zur mit Abstand größten Stadt Europas und in ihrer Bibliothek befanden sich mehr Bücher als im übrigen Westeuropa; in Toledo wurden die griechischen Klassiker aus dem Arabischen ins Lateinische übersetzt und so dem Abendland (wieder) zugänglich gemacht. In allen Teilen der Halbinsel sorgten technologische Erfindungen wie die Windmühle, neue landwirtschaftliche Bewässerungsmethoden und von den Eroberern mitgebrachte Techniken in der Metallverarbeitung, der Weberei und im Bauwesen sowie die Einführung der Straßenbeleuchtung und die Ausstattung von Wohnhäusern mit fließendem Wasser für gesellschaftlichen Aufschwung.
Diese Zeit des "Al-Andalus" gilt als "goldenes Zeitalter", als eine Zeit des toleranten und konstruktiven Miteinanders von Christ/innen, Jüd/innen und Muslim/innen - unter islamischer Herrschaft. Doch war dieses Zeitalter wirklich so "golden"? Neben Beispielen für ein friedliches Miteinander gab es auch gewaltsame Auseinandersetzungen, Hinrichtungen, Versklavung und Brandschatzung.
Und: Was blieb von "Al-Andalus"? Maria Harmer hat sich auf Spurensuche begeben, geht dem Mythos des goldenen Zeitalters nach und versucht das Erbe der Eroberer neu zu entdecken, das nicht nur die iberische Halbinsel bis heute prägt.

Ö1
 
 Ö1-Schwerpunkt "Allah und Abendland"

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