24.6.16

 

Grünflächen gegen urbane Hitzeinseln

In Wien kann es in der Innenstadt um vier bis fünf Grad heißer sein als in Randbezirken, es entstehen städtische Hitzeinseln. Die Stadt hat jetzt einen Plan dagegen entwickelt: Grünflächen und Beschattungen sollen helfen.

„Urban Heat Islands“: Das Phänomen nimmt durch den globalen Klimawandel noch zu. Im dicht verbauten Gebiet speichern Gebäude und versiegelte Oberflächen die Hitze stärker als bewachsene Flächen. Dazu kommt die Abwärme von Betrieben und Autos. Die bebauten Flächen blockieren auch den Luftaustausch mit kühlerer Luft aus dem Umland, heißt es von der Wiener Umweltschutzabteilung MA 22. Die Folge: Die städtischen Hitzeinseln kühlen in der Nacht kaum ab, die Bewohner können sich weniger gut erholen.

Bis zu zwölf Grad heißer als auf dem Land

Durch den globalen Klimawandel dürfte das Problem noch verstärkt werden. Gab es zwischen 1961 und 1990 noch im Durchschnitt 9,6 Hitzetage pro Jahr, so stieg dieser Wert bis 2010 bereits auf durchschnittlich 15,2 Hitzetage (30 Grad und mehr). Der Temperaturunterschied zwischen Stadt und Land kann bis zu zwölf Grad ausmachen.


Die Stadt Wien hat daher als eine der ersten europäischen Städte einen Plan gegen Hitzeinseln erarbeitet, den „Urban Heat Islands Strategieplan Wien“ (UHI-STRAT Wien). „Es sind weitere Anstrengungen notwendig, um den negativen klimatischen Auswirkungen der urbanen Hitzequellen ausreichend zu begegnen“, sagt Karin Büchl-Krammerstätter, Leiterin der MA 22. In diesem Plan werden 90 Maßnahmen beschrieben, die jetzt umgesetzt werden sollen.

Begrünungen und Bäume

Dabei geht es vor allem um Grünflächen, egal, ob in Parks, landwirtschaftlichen Flächen, Alleen oder auf Gebäuden. Die Stadt errichtet auch neue Parks und Wälder, etwa beim Hauptbahnhof, in der Seestadt Aspern und in der Donaustadt - mehr dazu in Stadt pflanzt Bäume: Obst gehört Wienern und in Zweiter „Wienerwald“: Einige Fragen offen.
Auch offene Gewässer können die Stadt kühlen, Freiräume und Wege sollen verstärkt beschattet werden. Mit privaten Partnern sollen Begrünungen umgesetzt werden, auf Fassaden, in Innenhöfen und auf Dächern. Auch die Bewohnerinnen und Bewohner sollen mithelfen. „Jeder einzelne Pflanzentrog hilft bereits und arbeitet wie eine kleine Klimaanlage - gänzlich ohne Strom“, so Büchl-Krammerstätter.

Kein Wasserengpass

Ältere, chronisch Kranke und sozial benachteiligte Gruppen sind stärker von der Hitze betroffen. Dazu gehören auch Menschen mit Migrationshintergrund. Soziologen an der Uni Wien erforschen jetzt, wie sich die Hitze auf sie auswirkt - mehr dazu in Hitze und ihre sozialen Auswirkungen.
Hitze und Trockenheit sind für die Wasserversorger in Österreich eine Herausforderung. Der Bedarf steigt in den heißen Sommermonaten. Einen Engpass schließt die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) aber aus. In Österreich liegt der durchschnittliche Wasserkonsum der Bevölkerung bei etwa 130 Litern pro Tag. Besonders hoch ist der Bedarf bei Hitzewellen.

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